| 16.31 Uhr

Wülfrath
Engagierte Heimatfreunde

Düsseldorf. Die sinkende Mitgliederzahl macht dem Heimatbund Kummer. Der Vorstand will initiativ werden. Die Versammlung bezeichnet den Erhalt der Stadthalle als wünschenswert. Von R. Mairose-Gundermann

Ralf-Robert Atteln, Vorsitzender des Heimatbunds, sah sich auf der Hauptversammlung ungläubig im Vortragsraum des Niederbergischen Museums um. "Lichte Reihen, wie wir sie in der Geschichte des Heimatbunds noch nicht hatten!" Einschließlich Vorstand waren gerade mal 16 Heimatfreunde gekommen. Über Gründe konnte allenfalls spekuliert werden. Einladungen waren termingerecht verschickt worden, bestätigte Geschäftsführerin Andrea Gellert.

"Die heimatkundliche Arbeit war 2009 zufriedenstellend", resümierte Atteln im Jahresbericht. Der Heimatbund sponserte dem Museum eine neue, Motor angetriebene Leinwand. Die vorherige war bereits 35 Jahre alt. Zudem übernahm der Heimatbund die Kosten für Werbeflyer und Kinderprogramm, die der Museums-Trägerverein neu herausbrachte.

Die Mitgliederzahl reduzierte sich indes zwischen Januar und Dezember von 247 auf 232 – vornehmlich durch Sterbefälle und altersbedingten Austritte. "Mit Mitgliederschwund haben auch viele andere Vereine zu kämpfen. Er wird in diesem Jahr Thema im Vorstand sein", sagte Atteln. Die in der Tagesordnung angekündigten Ehrungen konnten, so Atteln, "nicht erfüllt werden, da die Personen nicht mehr unter uns oder nicht mehr Mitglied sind."

Altsatzung überarbeitet

Problemlos gingen die Satzungsänderungen über die Bühne. Die Altsatzung von 1996 wurde von "Ballast befreit", wie Beirat und Bildung von Sachgebieten. Dass der Heimatbund vor Jahren die Position des Ehrenvorsitzenden einführte, in der Satzung redaktionell nicht berücksichtigte, wurde jetzt nachgeholt. Derzeitiger Ehrenvorsitzender ist Willi Münch.

Beisitzer Paul-Hugo Kämmer machte unter Punkt "Verschiedenes" den Erhalt der Stadthalle zum Thema. "Für mich ist die Halle ein Stück Heimat." Als die Halle 1928 der Öffentlichkeit übergeben wurde, zählte Wülfrath 12 052 Einwohner. Sie sei täglich genutzt worden, auch als Turnhalle und habe sicher mehr an Unterhalt gekostet als heute. "Jetzt hat Wülfrath 10 000 Einwohner mehr und plötzlich soll das alles nicht mehr gehen. Mit Kultur kann man keinen Gewinn machen!" Nach längerer Diskussion stimmte die Versammlung mehrheitlich Attelns Formulierung zu, der Heimatbund betrachte den Erhalt der Halle als wünschenswert.

Heimatbund-Mitglied und Seniorenratsvorsitzende Gertrud Brüggemann sprach sich deutlicher für den Erhalt aus. "Wir haben gesagt, der Seniorenrat steht hinter der Halle." Sie lud alle zur öffentlichen Seniorenrats-Sitzung, 17. März, 15 Uhr, ins Rathaus/ kleiner Sitzungssaal ein, wenn GWG-Geschäftsführer Juan-Carlos Pulido seine Pläne zur Bebauung des Areals Rathaus-Stadthalle-Goethestraße vorstellt.

Quelle: RP
 
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