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Kreis Mettmann
Erkältungswelle grassiert heftig

So kann man eine Grippe abwenden
Kreis Mettmann. Aktuell sind die Wartezimmer der Arztpraxen im Kreis gut besucht. Die Ärzte aus der Region sehen vor allem drei Gründe dafür: Klima, Kälte und Karneval. Und sie befürchten, dass die große Grippewelle noch bevorsteht. Von Jessica Balleer

Die Glieder schmerzen, die Nase läuft und der Kopf ist zu: Aktuell sind viele Deutsche von diesen Symptomen betroffen. Seit Oktober 2015 wurden deutschlandweit mehr als 4660 Grippe-Infektionen gemeldet. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) sind derzeit in Nordrhein-Westfalen vor allem Ostwestfalen-Lippe und das Sauerland betroffen. Noch ist der Kreis Mettmann von der Grippewelle ("Influenza") weitestgehend verschont geblieben - Erkältungskrankheiten hingegen grassieren auch hier. Und Thomas Nasse aus Mettmann glaubt, dass dem Kreis die große Grippewelle noch bevorsteht.

Der Facharzt für Allgemeinmedizin aus Mettmann behandelt aktuell bis zu 30 Patienten pro Tag, die mit Erkältungssymptomen wie Fieber, Husten und Schnupfen in seine Praxis kommen. Als Gründe sieht Nasse vor allem drei Dinge: Klima, Kälte und Karneval. Die Kombination aus trockenen Schleimhäuten und Menschenkontakt begünstige Atemwegserkrankungen. Gerade nach dem Wochenende sei sein Wartezimmer besonders voll.

Video: Wann eine Grippe lebensgefährlich werden kann

Auch in der Praxis von Ingo Winkelmann in Wülfrath steht das Telefon nicht still. Die Arzthelferinnen dort berichten von einem ähnlichen Bild wie in Mettmann. Den Gang zum Hausarzt empfehlen sie aber dennoch, um die gefährliche "echte Grippe", die von Viren erregte "Influenza", von der gewöhnlichen Erkältung unterscheiden und frühzeitig erkennen zu können. Diagnostiziert der Arzt eine Grippe innerhalb der ersten drei Tage, kann das Ausbreiten durch Medikamente eingedämmt werden. Liegt die Infektion länger zurück, können nur noch Symptome behandelt werden.

Wer nicht zum Hausarzt geht oder erste Symptome nicht ernst nimmt, riskiert sogar schwerwiegende Folgen, wie eine Herzmuskelentzündung, bei der es schnell lebensgefährlich wird. Gestern erst meldete das Robert-Koch-Institut, dass in der aktuellen Grippewelle bereits 17 Menschen an den Krankheitsfolgen gestorben sind. Zwei Drittel der Grippefälle werden dabei vom "H1N1"-Virus übertragen - besser bekannt unter dem Namen "Schweinegrippe". Im Unterschied zur saisonalen Grippe zeigen sich bei der Schweinegrippe zusätzliche Symptome wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall.

Im Kreis Mettmann sollten sich vor allem zwei Gruppen gut schützen. Denn laut Tobias Fröhlich aus Ratingen sind zum einen abwehrgeschwächte, ältere Leute gefährdet. Zum anderen erkrankt eher, wer "einer hohen Virenanzahl ausgesetzt ist", so der Internist, Hausarzt und Kardiologe. Allein an Karnevalsfreitag und Veilchendienstag habe er über 50 Patienten mit Erkältungssymptomen behandelt - und damit weit mehr, als es an zwei Tagen eigentlich üblich ist. Dass deutschlandweit derzeit besonders junge Erwachsene betroffen sind, hat noch einen Grund. "Viele Ältere lassen sich impfen. Außerdem haben sie meist weniger Kontakt zu Infizierten."

Die Ärzte empfehlen daher, sich von hustenden und niesenden Menschen fernzuhalten und sich regelmäßig die Hände zu waschen. Auch Ausdauersport ist gut zur Prävention von Krankheit, weil er den Körper stärkt. Keine Impfung schützt hundertprozentig. Das Risiko, an einer Grippe zu erkranken, kann man allerdings mit dem jährlichen Piks deutlich senken. "Als Schutz vor einer Ansteckung ist auch eine Nachimpfung sinnvoll, denn die große Grippewelle steht uns hier wohl noch bevor", sagt Thomas Nasse.

Grund zur Panik gibt es aber nicht. Wer sich einen grippalen Infekt einfängt, ist mit schleimlösenden, fiebersenkenden Mitteln und viel Bettruhe bestens beraten. Und auch eine schwere Influenza kann der Körper besiegen, auch wenn das Auskurieren hier mehrere Wochen dauern kann. "Kalte Wadenwickel bei Fieber, sonst Wärme und Sole-Inhalation", rät Hausarzt Fröhlich.

Quelle: RP
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