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Mettmann
Es fehlen Sozialwohnungen im Kreis

Mettmann: Es fehlen Sozialwohnungen im Kreis
Preiswerter Wohnraum, wie hier an der Eidamshauser Straße in Mettmann, fehlt im Kreisgebiet. Und die Nachfrage ist groß, nicht zuletzt wegen derjenigen Menschen, die sich in Deutschland eine neue Existenz aufbauen wollen. FOTO: Dietrich Janicki
Mettmann. Das Pestel-Institut geht von einem Bedarf von 3.290 Wohnungen aus. Die bisherige Neubaurate muss enorm gesteigert werden. Für Investoren müssten steuerliche Anreize geschaffen werden. Von Christoph Zacharias

Im Kreis Mettmann werden rund 2.300 Wohnungen für die Flüchtlinge, die in diesem Jahr kommen, beziehungsweise gekommen sind, zusätzlich gebraucht. Das geht aus einer aktuellen Wohnungsmarkt-Analyse des privaten Pestel-Instituts hervor. Nach Berechnungen der Wissenschaftler steigt der Gesamt-Wohnungsbedarf für den Kreis Mettmann in 2015 damit auf rund 3.290 Wohnungen. Im Schnitt wurden in den vergangenen Jahren im Kreis Mettmann allerdings lediglich rund 720 Wohnungen pro Jahr fertiggestellt.

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Deshalb warnt das Pestel-Institut jetzt vor einem "Weiter so": "Um eine handfeste Wohnungskrise zu vermeiden, müsse dringend neuer Wohnraum her. Immerhin braucht der Kreis Mettmann in diesem Jahr 4,6-mal so viele Wohnungen wie bislang jährlich überhaupt neu gebaut wurden", sagt Pestel-Institutsleiter Matthias Günther. Auch in den kommenden Jahren müsse sich der Kreis Mettmann auf einen "hohen Wohnraumbedarf einstellen". Es sei deshalb "zwingend notwendig, die bisherige Neubaurate enorm zu steigern und beim Leerstand kräftig zu sanieren", so das Institut.

Zwei "Mangelerscheinungen" diagnostizieren die Wissenschaftler bei der Wohnungsmarkt-Analyse für den Kreis Mettmann: "Es fehlen bezahlbare Wohnungen. Vor allem aber Sozialwohnungen. Also vier Wände für die Menschen, die sich teure Wohnungen in der Regel nicht leisten können: Rentner, Alleinerziehende, junge Menschen in der Ausbildung, einkommensschwache Haushalte und eben auch Flüchtlinge", macht Matthias Günther deutlich.

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Um private Investoren zu gewinnen, schlagen die Wissenschaftler steuerliche Anreize vor. So sollte regional und zeitlich begrenzt in Verbindung mit Mietobergrenzen eine lineare Abschreibung für Abnutzung (AfA) von vier Prozent eingeführt werden. Ebenso eine degressive Abschreibung mit anfänglich zehn Prozent, um den sozialen Wohnungsbau zu stärken. Diese gab es bereits bei der letzten großen Zuwanderungswelle in den 90er-Jahren. "Wenn private Investoren bezahlbare Wohnungen bauen sollen, dann wird das ohne steuerliche Anreize nicht funktionieren", so Günther.

Wie Volker Bauer, Vorstandsvorsitzender des Mettmanner Bauvereins, mitteilt, hänge das Problem der fehlenden Sozialwohnungen nicht mit der derzeitigen Flüchtlingsproblematik zusammen, sondern es existiere bereits seit Jahren: "Der Finanzvorteil ist weggefallen. Die Zinssätze sind so gering. Die Folge: Zinssubventionen machen keinen Sinn mehr." Und: Fördermittel seien nicht mehr vorhanden. Hinzu komme, dass die Baukosten erheblich gestiegen seien. "Es macht daher keinen Unterschied, ob man Sozialwohnungen oder Einfamilienhäuser baue". Das Land, so Bauer, bewege sich allerdings derzeit: Die vorgegebenen Standards und die Bauordnungsvorschriften werden hinterfragt, auch die Stellplatzfrage komme auf den Prüfstand.

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"Wir als Bauverein haben vor, uns der Herausforderung zu stellen. Wir benötigen ein großes Grundstück und werden dann preiswerte und gute Wohnungen bauen. Es werden keine Schlichtwohnungen sein, denn sie sollen längerfristig nutzbar sein". Der neue Mettmanner Bürgermeister Thomas Dinkelmann befindet sich bereits in Gesprächen mit dem Bauverein und will der Genossenschaft ein städtisches Grundstück anbieten. Gerade vor dem Hintergrund, dass anerkannte Flüchtlinge, die in Mettmann leben und arbeiten dürfen, integriert werden müssen, sei Wohnraum nötig.

Quelle: RP
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