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Mettmann
Es fehlen Wohnungen für Neubürger

Mettmann: Es fehlen Wohnungen für Neubürger
Anfang Dezember sollen die Flüchtlinge aus der Gymnastik- und Sporthalle am KHG in die neue Unterkunft an der Seibelstraße ziehen. Dort wird derzeit kräftig umgebaut. FOTO: Dietrich Janicki
Mettmann. Immer mehr Flüchtlinge in Mettmann werden anerkannt, dürfen arbeiten und suchen ein Zimmer. Von Christoph Zacharias

Die Stadtverwaltung hatte Ehrenamtler der Flüchtlingshilfe Mettmann ins Rathaus eingeladen. Hintergrund war ein Meinungsaustausch über die verschiedenen Hilfsangebote. Etwa 60 Teilnehmer nahmen das Angebot an.

Marco Sucic, Leiter des Sozialamtes, beschrieb zu Beginn die derzeitige Lage in Mettmann: Es leben 479 Flüchtlinge in Mettmanner Unterkünften, 140 sind zwischen 0 und 18 Jahre alt, 46 davon zwischen 0 und 6 Jahren. 44 Kinder haben einen Anspruch auf einen Kita-Platz, 27 nutzen das Angebot, die Eltern der restlichen Kinder "sehen keinen Bedarf", sagte Jugendamtsleiter Stephan Wischnewski. Aktuell besuchen 40 Flüchtlingskinder die Mettmanner Grundschulen. Für diese Kinder gibt es Sprachförderangebote an den Grundschulen. Finanziert wird dies aus dem Bildungs- und Teilhabepaket.

Unter den 479 Flüchtlingen befinden sich 100 geduldete Personen, deren Asylantrag abgelehnt wurde, die aber ein "Abschiebe-Hindernis" aufweisen, also hier bleiben dürfen. Hinzu kommen noch rund 213 Flüchtlinge, die im Erstaufnahmelager des Kreises an der Flur- und Koenneckestraße leben.

Für die Flüchtlinge, deren Asyl-Antrag noch nicht positiv beschieden ist, besteht eine Residenzpflicht. Das bedeutet: Sie müssen in den Mettmanner Unterkünften bleiben. 20 Flüchtlinge sind mittlerweile als Asylbewerber anerkannt. Sie erhalten STGB II, dürfen arbeiten, sich eine Wohnung nehmen und in Deutschland dort leben, wo sie möchten. Viele der "Mettmanner Flüchtlinge" erhalten in den nächsten Wochen ihren anerkannten Status. Das bedeutet: Sie suchen Arbeit und sie suchen Wohnungen. In Mettmann gibt es nicht viele Wohnungen, die in Frage kommen. Der Quadratmetermietpreis muss sich zwischen 5,60 und 6 Euro bewegen. "Bezahlbarer Wohnraum in Mettmann ist knapp", sagte Marion Buschmann, kommissarische Fachbereichsleiterin. Die Stadt, so Florian Peters, Ortsvereinsvorsitzender der SPD, befinde sich mit "Partnern" im Gespräch, um dauerhaften (bezahlbaren) Wohnraum zu schaffen.

Es gelte nun, mit potentiellen Vermietern Kontakt aufzunehmen, so ein Ehrenamtler, um zu erreichen, dass Flüchtlinge eine Wohnung bekommen, möglicherweise in einer Wohngemeinschaft leben. Die beiden Turnhallen am KHG sollen Ende November geräumt werden, die Flüchtlinge ziehen in ein angemietetes Bürogebäude an der Seibelstraße um. "Dort existieren 70 Räume und es ist Platz für 140 Menschen", sagte Sucic. Die etwa 100 Flüchtlinge aus der Laubacher Straße werden dort untergebracht, und die Unterkünfte an der Kleberstraße, Danziger Straße und Talstraße "entzerrt". Das bedeutet: Dort leben künftig nicht mehr so viele Menschen auf engstem Raum. "Vorerst werden die Zimmer an der Seibelstraße mit je zwei Personen belegt", sagt Sucic. Wenn sich die Lage verschärfe - also neue Flüchtlinge Mettmann zugewiesen werden - , müssten mehr Menschen in einem Raum leben. Die Stadt verhandelt mit dem Eigentümer eines weiteren Bürogebäudes (2300 Quadratmeter) in Mettmann über eine mögliche Anmietung, sagte Sucic. Er geht davon aus, dass im Frühjahr die Verhandlungen abgeschlossen sind.

Ehrenamtler bieten derzeit 21 Deutschkurse für Flüchtlinge an. Gesucht werden noch weibliche Ehrenamtler, die einen Deutschkurs für Frauen leiten. Die VHS bietet für Flüchtlinge (egal ob anerkannt oder im Verfahren) vier kostenfreie Deutschkurse, beziehungsweise Integrationskurse an. Insgesamt sind es 320 Stunden pro Kurs und 20 Stunden in der Woche.

Der gewünschte Flüchtlingskoordinator solle möglichst bald gefunden werden. Dafür brauche die Verwaltung noch einen politischen Antrag, sagte Marion Buschmann.

Quelle: RP
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