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Es lebe die Vielfalt

Mettmann. Karfreitag ist still und tanzfrei. Es gibt keine Märkte, keine öffentlichen Feste. So will es das Feiertagsgesetz. Privilegien für bestimmte Religionen können sinnvoll und berechtigt sein. Aber trifft der Karfreitag wirklich noch den Nerv? Auch in den Niederlanden gibt es viele gläubige Christen, doch unsere Nachbarn gehen mit dem Thema deutlich unverkrampfter um. Geschäfte und Kirchen sind gleichermaßen offen - das funktioniert. Die meisten europäischen Länder werden zudem multireligiöser. Wer kann es deren Anhängern verübeln, in den Genuss der gleichen Rechte kommen zu wollen wie christliche Kirchen? Ein Veranstalter aus Köln, der eine große Feier anlässlich einer Beschneidung organisieren wollte, erhielt von der Stadt eine Absage. Das Kölner Verwaltungsgericht bestätigte die Entscheidung. Begründung: Die Karfreitagsruhe sei nach dem Feiertagsgesetz auch in NRW besonders geschützt. Privilegien für bestimmte Religionen sind in unserer heutigen Welt aber keine Lösung. Leben und Leben lassen - das ist vielleicht nicht streng christlich, aber ur-rheinisch.

Peter Korn

Quelle: RP
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