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Mettmann
Fast alle Studenten aus der Region
Mettmann: Fast alle Studenten aus der Region
Hoch werfen können sie schon, nun wollen sie auch hoch hinaus: Die Studenten des ersten Jahrgangs der FHDW in Mettmann feiern ihren Bachelor-Abschluss. FOTO: Fachhochschule
Mettmann. Vor drei Jahren hat die Fachhochschule der Wirtschaft in Mettmann ihren vierten Standort in NRW eröffnet. Präsident Professor Franz Wagner erklärt, ob die private Einrichtung ihre Ziele erreicht hat. Der erste Jahrgang hat gerade seinen Abschluss gemacht.

Vor drei Jahren haben die ersten Studenten an der Fachhochschule der Wirtschaft in Mettmann angefangen. Wie sind diese drei Jahre verlaufen?

Franz Wagner Wir haben damals mit 64 Studenten den erfolgreichsten Start einer privaten Hochschule in Nordrhein-Westfallen geschafft. In diesem Jahr hat der erste Jahrgang – 53 Studenten – seinen Abschluss gemacht. Wir sind sehr zufrieden, unsere Erwartungen wurden erfüllt.

Welche Ziele hatten Sie sich gesetzt?

Wagner Wir wollten nach drei Jahren 200 eingeschriebene Studierende haben. In diesem Jahr sind es 207. Die Marke haben wir erreicht. Der nächste Schritt: Wir planen, in einem Jahr zu den etablierten Bachelor-Studiengängen berufsbegleitende Masterstudiengänge in Mettmann anzubieten.

Wie bewerten Sie Mettmann als Standort für eine Fachhochschule?

Wagner Die Studierenden verbringen drei Monate an der Fachhochschule und dann drei Monate in einem Unternehmen. Aufgrund dieser Struktur ist der Standort zwar wichtig, aber nicht außergewöhnlich wichtig. Wir sind mit dem Standort Mettmann aber sehr zufrieden. Die Anbindung an Düsseldorf ist sehr gut, und die Bürgermeister, erst Bodo Nowodworski und nun Bernd Günther, haben uns sehr unterstützt, zum Beispiel durch die Vermittlung von wichtigen Kontakten. Das hat uns den Start leicht gemacht. Herr Günther hat gesagt, dass die erste Bachelor-Verleihung, die er gerade besucht hat, in die Annalen der Stadt eingehen werde. Es ist schließlich der erste Hochschulabschluss, der in Mettmann gemacht werden kann.

Wie profitiert die Region von der Hochschule?

Wagner Rund 95 Prozent unserer Studenten kommen aus der Region, wozu wir einen Umkreis von etwa 50 Kilometern zählen. Wir haben sehr gute Kontakte zu den Schulen, arbeiten zum Beispiel mit dem Berufskolleg Neandertal zusammen. Wir organisieren jedes Jahr auch eine Abi-Quiz-Night, bei der in diesem Jahr 190 Schüler aus der Region Wissensfragen beantwortet haben. Sie konnten bis zu 1000 Euro für ihre Abikasse gewinnen.

Die Fachhochschule ist eine private Hochschule. 600 Euro kostet das Studium pro Monat. Wie können sich junge Menschen das leisten?

Wagner Bei uns muss man nur gut sein, aber man muss das Geld nicht unbedingt haben. Viele unserer Partnerunternehmen bezahlen die Studiengebühren für einen Studierenden, der dann über drei Jahre seine Praxis-Phasen in diesem Unternehmen absolviert. Vorteil für das Unternehmen: Innerhalb der drei Jahre lernt das Unternehmen den Studierenden kennen und hoffentlich auch schätzen. Ergebnis aus dieser Konstellation ist die Tatsache, dass über 90 Prozent unserer Studierenden schon vor Abschluss ihres Studiums einen festen Arbeitsvertrag unterschrieben haben.

Kann also nur studieren, wer schon einen potenziellen Arbeitgeber in Aussicht hat?

Wagner. Nein. Es gibt drei Möglichkeiten. Erstens könnte jemand "einfach so" bei uns anfangen und das Studium selbst finanzieren. Das machen aber die wenigsten. Zweitens haben wir Kontakte zu Unternehmen und vermitteln dann die Studenten an eben diese Unternehmen. Und dann gibt es noch die Variante, dass eine Firma uns ihre Mitarbeiter schickt, die dann bei uns studieren. Der generelle Sinn des Studiums bei uns ist, schon während des Studiums in einer Firma etabliert zu sein.

Der Bachelorabschluss ist in drei Jahren zu schaffen.

Wagner Das generelle Bachelor-Konzept sieht vor, dass ein Abschluss nach drei Jahren möglich ist. Bei uns wird er aber auch ausnahmslos nach drei Jahren gemacht, das Studium verzögert sich nicht. Selbst Nachschreibetermine für Prüfungen sind so angelegt, dass sie nicht die Studienzeit verändern.

Arbeiten Sie auch mit Unternehmen aus der Region zusammen?

Wagner Wir haben einige Partner aus dem Mittelstand, aber der Fokus liegt schon deutlich auf Unternehmen aus Düsseldorf. Im Bereich der Informatik, die wir neben Betriebswissenschaft als Studiengang anbieten, sind das beispielsweise die ITErgo, E-Plus oder Henkel.

Für wie viele Studenten ist Platz an der FHDW in Mettmann?

Wagner Bis zu 360 können hier studieren. Sie lernen in Gruppen mit maximal 36 Studierenden.

Corinna Kuhs führte das Interview.

Quelle: RP
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