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Serie Fit Durch Den Herbst
Faszientraining: Schmerzhaft, aber gut

Mettmann. Unser Autor hat sich im Selbstversuch auf der Kunststoffrolle bewegt. Das tat ganz schön weh - hilft aber den Muskeln. Von André Schahidi

Mettmann Eines vorweg: Faszien-Training ist schmerzhaft. Wirklich schmerzhaft. Während ich im Trainingssaal bei Medi-Sport in Mettmann mit schmerzverzerrtem Gesicht auf der Kunststoff-Rolle liege, liegt Sven neben mir. Der Trainer wirkt ganz entspannt, obwohl er die gleichen Übungen macht wie ich. "Am Anfang hatte ich auch die Schmerzen", sagt Sven Lauer. "Aber die gehen irgendwann weg. Und das heißt: Das Training funktioniert.

Während mir gegenüber Sylvia, Jutta und Martina liegen, die ebenfalls nicht ganz entspannt aussehen, referiert Sven über das Training. Die Faszien, so sagt er, seien das Bindegewebe der Muskeln - und damit so wichtig wie die Muskeln selbst. Doch manchmal wachsen die Faszien nicht im selben Tempo wie die Muskeln. Und dann gibt es Schmerzen - wie sie Läufer schon mal in der Wade spüren. Damit Muskeln und Gewebe perfekt zusammenarbeiten können, müssen eben auch die Faszien trainiert werden.

Dafür gibt es schicke Kunstoffrollen. Auf diesen rollt man sanft mit dem Muskelgewebe hin und her - und nutzt dabei sein eigenes Körpergewicht. Einfach, dachte ich vor dem Training. Doch schon die erste Übung mit der Wade tut mächtig weh. Dabei bin ich doch eigentlich ein ganz gut trainierter Sportler. Nach der Faszien-Einheit habe ich noch Fußball-Training, doch angesichts des Schmerzes in der Wade mag ich daran gar nicht denken. Sven lacht. "Glaub mir, es wird sich hinterher besser anfühlen. Und du wirst auch besser spielen."

Beim Rollen entdeckt man Stellen und Bereiche an den Muskeln, die besonders schmerzen. Hier zwingt mich Sven, etwas länger auszuharren - schließlich sollen gerade diese Faszien-Bereiche stimuliert werden. Ich schaue in den Raum und sehe zwei Gesichter voller Schmerzen. Martina wirkt etwas entspannter. "Ich bin nicht zum ersten Mal hier", sagt sie. Das Training wirkt offenbar tatsächlich.

Auf der Rolle arbeitet man sich Körperteil für Körperteil vor. Rechte Wade, rechter Oberschenkel. Linke Wade, linker Oberschenkel. Vorne und hinten, natürlich. Dann kommt der Rücken dran. Auch hier: Schmerzen. Zunächst. Denn bei der nächsten Pause wirken die Beine tatsächlich schon entspannter und vor allem: leichter. "Durch die langsamen Rollbewegungen löst man die Faszien", sagt Sven. "Und auf Dauer werden sie dadurch gestrafft. Deshalb verschwindet auch der Schmerz."

Noch ist er jedoch da - und wie. Manche Positionen kann ich kaum so lange halten, wie es Sven wünscht. Der Schmerz ist zu groß. Nach rund 50 Minuten bin ich deshalb auch nicht unglücklich, dass die Übung vorbei ist. Trotzdem bleibe ich erstmal nachdenklich zurück - denn ich merke, dass da offenkundig Potenzial zur Verbesserung besteht. Und beim Fußball danach? Besser habe ich leider nicht gespielt. Das lag wohl am Talent. Aber wenigstens fühlte es sich besser und leichter an. Vielleicht sollte ich es öfter machen, dieses Faszien-Training.

Quelle: RP
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