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Mettmann
Fasziniert vom Leben des Neanderthalers

Mettmann: Fasziniert vom Leben des Neanderthalers
Die Kinder erfuhren unter anderem, wie sich der Schädel eines modernen Menschen von dem eines Neandertalers unterscheidet. FOTO: dietrich janicki
Mettmann. Bei der Mitmach-Führung für Kinder im Museum durften fast alle Objekte angefasst werden. Von Gina Buchwald-Chassée

Die ersten Neanderthaler traten vor über 100.000 Jahren auf. Wie sie lebten und woran man sie erkennt, fanden jetzt 19 Kinder zwischen fünf und acht Jahren bei der Mitmachführung "Hi Neanderthaler, wie lebst du?" im Neanderthal Museum an der Talstraße heraus. Gemeinsam mit Sabine Aschemeier forschten sie, während ihre Eltern und Großeltern die Stunde für einen Spaziergang nutzen konnten oder sich selbst ein bisschen im Museum umschauten.

Die kleinen Forscher teilten ihr Wissen und ihre Ideen bei verschiedenen Stationen mit. Zuerst beschrieben sie das Aussehen eines Neanderthalers und stellten Vermutungen über dessen Leben an. Sie erfuhren anhand von Knochen, wie man Geschlecht, Alter und Aussehen rekonstruieren kann. Weil Forscher fast nur Steinüberreste gefunden haben, nenne man es Steinzeit, sagt Aschemeier. Sie erklärt, dass der Steinzeitkaugummi Pech sei und als Kleber verwendet wurde. Die Kinder verglichen Plastikschädel miteinander und stellten fest, dass der Schädel des heutigen Menschen ganz anders aussieht, als der des Neanderthalers.

Den ersten Skelettfund im Neanderthalgab es im Jahr 1856. Damit die Kinder ein Zeitgefühl für die menschliche Entwicklung bekommen, demonstrierte Aschemeier an einer Sanduhr, dass der Mensch noch gar nicht so lange existiert. Das faszinierte vor allem Emilia Franz.

Aschemeier erklärt, dass man noch gar nicht alles über die Vorfahren herausgefunden habe. Beim Vergleich des Knochenbaus fanden die Kinder heraus, dass der Neanderthaler kürzere, aber dickere Knochen als der Mensch heute hatte. Auch die Werkzeuge zeigen, dass der Neanderthaler stark und schlau war. Sie verwendeten zum Beispiel Steine als Nussknacker.

Die Kinder konnten verschiedene Materialien wie Feuer- oder Schlagstein, Geweihe und den Faustkeil, das Schweizer Taschenmesser der Neanderthaler, in die Hand nehmen. Darüber hinaus durften sie mit Steinklingen Leder durchschneiden und merkten schnell, dass es dafür Kraft und die richtige Technik braucht.

Danach zeigte ihnen Sabine Aschemeier, mit welchen Methoden und Tricks man Feuer machen kann. Der Eisenstein, auch Katzengold genannt, ist sogar heute noch in Feuerzeugen zu finden. Laut Aschmeier entspreche der Zunderpilz einem Grillanzünder. Die Kinder lernen, dass Feuer für die Neanderthaler wichtig war. Es spendete Wärme, Schutz und Licht und wurde zum Kochen und Jagen benötigt. Mit einem Holzspeer zeigte Aschmeier, wie früher gejagt wurde. Die Verletzungen zeigten, dass sie dabei mit wilden Tieren kämpfen mussten. Aschemeier zeigt den Museumsforschern, was man aus den unterschiedlichen Tierfellen alles gemacht hat: Gefütterte Schuhe, Taschen, Jackenkragen, Mützen und Handschuhe. Die Felle fanden vor allem die Schwestern Nele und Jette Thies toll. Geweihe und Hörner dienten zur Aufbewahrung und die "Pipiblase" wurde als Wasserbehälter eingesetzt.

Die Kinder durften alle Objekte anfassen. Das Zelt, in dem die Neanderthaler gelebt haben, gefällt Nils Holzstein am besten. Zum Schluss bekamen die Kinder noch kleine Edelsteine als Andenken. Sie waren begeistert und haben viel gelernt.

Quelle: RP
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