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Kreis Mettmann
Feuerwehren funken jetzt abhörsicher

Kreis Mettmann: Feuerwehren funken jetzt abhörsicher
Der stellvertretende Kreisbrandmeister Mirko Braunheim freut sich über die technischen Neuerungen. FOTO: Dietrich Janicki
Kreis Mettmann. Im Kreis Mettmann nutzen Feuerwehren und Hilfsorganisationen ab sofort Digitalfunk. Landrat Thomas Hendele gab jetzt den Startschuss für die relativ neue Technologie. Von Oliver Wiegand

Mit den Worten "Leitstelle Kreis Mettmann von Landrat Hendele, kommen", gab Landrat Thomas Hendele gestern persönlich den Startschuss für den Digitalfunk bei Feuerwehren und Hilfsorganisationen im Kreis Mettmann. Zwar meldete sich die Leitstelle erst mit ein klein bisschen Verzögerung, aber das macht nach mehr als 20 Jahren Planungsphase auch nicht mehr viel aus.

Landrat Thomas Hendele erinnert an erste Projektgruppen, die im Jahr 1996 starteten. Nachdem in ganz Europa "nur noch Deutschland und Albanien über keinen Digitalfunk verfügten", habe sich in den vergangenen Jahren doch einiges getan, so Hendele. Die Polizei im Kreis Mettmann funkt schon seit einiger Zeit digital, bei den Feuerwehren hat es etwas länger gedauert.

Die Vorteile der Digitaltechnik: Bis dato wurden viele voneinander unabhängige Analogfunknetze genutzt. Die Kommunikation der Einsatzkräfte per Funk endete meistens an der Grenze des Zuständigkeitsgebietes. Die veraltete analoge Funktechnik wird durch das Digitalfunknetz abgelöst.

Dazu kommen technische Möglichkeiten, die es bislang noch nicht gab. Mithilfe einer Software, den so genannten "Digitalfunkstecker", hat die Leitstelle künftig die Möglichkeit, die Funkgeräte von Fahrzeugen automatisiert in Funkgruppen zusammenzuschalten. "Das kann etwa bei Einsätzen mehrerer Organisationen oder Fahrzeuge sinnvoll sein", sagt der stellvertretende Kreisbrandmeister Mirko Braunheim. Vorteil: Die Feuerwehrleute oder Mitarbeiter des THW können sich auf ihre anstehende Aufgabe und die Fahrt zur Einsatzstelle konzentrieren. "Sie müssen nicht auch noch Einstellungen am Funkgerät vornehmen", so Braunheim.

Die Leitstelle ist zudem künftig in der Lage, den Standort von Einsatzkräften über das satellitengestützte GPS-System abzurufen. Da die Funkgeräte über eine Notruffunktion und ein GPS-Modul verfügen, ist auch hier eine schnelle Übermittlung der Standortdaten an die Leitstelle möglich. Das digitale Netz wurde in den vergangenen Monaten von den Feuerwehren und Hilfsorganisationen im Kreis Mettmann bereits im Rahmen eines Probebetriebs genutzt. "Wir benutzen das schon seit Februar und sind sehr zufrieden", sagt der Erkrather Feuerwehrchef Guido Vogt. Man könne sich den herkömmlichen Analogfunk vorstellen, wie ein Radio bei dem der Sender immer etwas rauscht und nicht so 100-prozentig glasklar einzustellen ist.

Der Digitalfunk unterscheidet dagegen "Nutzsignale" und "Störsignale". Störsignale wie etwa Straßenlärm und Geräusche von Pumpen und Motoren werden herausgerechnet. So wird die Empfangsqualität und Sprachverständlichkeit gegenüber dem Analogfunk deutlich gesteigert. Dazu kommt: Die bisherigen Funknetze konnten meist ohne großen technischen Aufwand abgehört werden. Im Rettungsdienst werden aber auch Namen und mögliche Diagnosen von Patienten bekannt gegeben, die niemanden etwas angehen. Der Digitalfunk gilt als abhörsicher, weil die Signale verschlüsselt werden.

Bis der Digitalfunk endgültig die Nummer 1 ist, bleibt das aus den 1970er Jahren alte analoge Netz vorerst bestehen. Die alten Geräte werden als "Rückfallebene" genutzt. Für den Digitalfunk ist die Kreisleitstelle technisch aufgerüstet worden. Für den Anschluss an das Digitalfunknetz hat der Kreis Mettmann 277.000 Euro investiert.

Quelle: RP
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