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Mettmann
Flüchtlingsklasse in der Hauptschule

Mettmann: Flüchtlingsklasse in der Hauptschule
An der Anne-Frank-Schule ist genügend Platz für sogenannte Seiteneinsteigerklassen. Das Schulverwaltungsamt will mit dem Kreis reden, ob solche Klassen eingerichtet werden können. FOTO: Michael Nacke
Mettmann. Die CDU möchte gerne eine Seiteneinsteigerklasse an der Anne-Frank-Schule einrichten. Von Christoph Zacharias

Die CDU hat einen Antrag im Schulausschuss formuliert, in dem sie die Verwaltung bittet, eine oder mehrere sogenannte "Seiteneinsteigerklassen" in der Hauptschule am Borner Weg einzurichten. Es geht darum, eine mindestens zweijährige Weiternutzung des Gebäudes der Anne-Frank-Hauptschule für Kinder und Jugendliche aus Flüchtlingsfamilien in Seiteneinsteigerklassen zu gewährleisten.

Begründung: Die Stadt Mettmann befinde sich wie viele andere Kommunen in einem Prozess, in dem es gelte, für die eingereisten Kinder und Jugendlichen eine angemessene und gesetzlich geforderte Beschulung perspektivisch in Gang zu setzen.

"Viele Kinder haben bisher nur wenig bis keine Schulerfahrung in ihrer Heimat sammeln können. Eine Integration in eine der in Mettmann bestehenden Systeme gestaltet sich aufgrund der noch fehlenden Deutschkenntnisse schwierig. Auch die hier vorherrschende Kultur ist den Kindern noch fremd. Deshalb ist die besondere Beschulung in sogenannten Seiteneinsteigerklassen durch Fachpersonal sinnvoll", sagt Christian Caspar (CDU).

Flüchtlingskinder (über 40) seien schon in Grundschulen in Mettmann eingeschult worden. Die älteren, schulpflichtigen Jugendlichen seien vornehmlich an der Hauptschule untergebracht (Stand November: 33 Schüler). Schon für das nächste Jahr sei zu erwarten, dass die jetzigen Viertklässler aus den Flüchtlingsfamilien an eine der weiterführenden Schulen Mettmanns wechseln werden.

Caspar: "Mit dem zu rechnenden Familiennachzug der anerkannten Asylbewerber werden weitere Kinder und Jugendliche ohne erforderliche Sprach- und Kulturkenntnisse in unsere Stadt kommen. Darum wollen wir rechtzeitig eine Möglichkeit für ihre optimale Beschulung und damit einen guten Einstieg in unser bestehendes Schulsystem schaffen." Das Gebäude der Hauptschule habe durch das Auslaufen der Schulform 2017 freie Raumkapazitäten. Hier könnte man für einen begrenzten Zeitraum Seiteneinsteigerklassen etablieren. Im Schul- und Sportausschuss sind die aktuellen Anmeldezahlen für die Grundschulen vorgestellt worden: Im Schuljahr 2016/2017 werden voraussichtlich insgesamt 298 Schüler in Mettmann eingeschult. Derzeit sind drei Kinder noch nicht angemeldet. Hier werden die Eltern nochmals angeschrieben und aufgefordert, die Kinder anzumelden, sagt Daniela Thewes vom Schulverwaltungsamt. An der Otfried-Preußler-Schule sind 51 Kinder angemeldet, davon sind vier aus anderen Städten. Es werden zwei Eingangsklassen gebildet. An der Grundschule Herrenhaus sind 66 Kinder fürs neue Schuljahr angemeldet. Hier werden drei Klassen eingerichtet. Die Grundschule am Neandertal wird im nächsten Jahr 57 neue Schüler der 1. Klasse begrüßen. Es werden drei Klassen aufgebaut. Die Astrid Lindgren Schule meldet 67 neue Erstklässler. Drei Eingangsklassen werden eingerichtet. Schließlich ist noch die Katholische Grundschule zu nennen. 54 Kinder werden dort eingeschult. Sie werden in zwei Klassen unterrichtet. Die Klassengröße beträgt an allen Grundschulen durchschnittlich 23 Schüler.

Quelle: RP
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