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Erkrath
Fracking: Wasserschutz geht vor

Erkrath: Fracking: Wasserschutz geht vor
Anlagenmechaniker Jan Böhmer von den Erkrather Stadtwerken zeigt den neuen Trinkwasserbrunnen Sedental. FOTO: Dietrich Janicki
Erkrath. Gregor Jeken, Geschäftsführer der Stadtwerke Erkrath, will kein Risiko bei der Erdgas-Förderung eingehen. "Wasser ist unser höchstes Gut. Wir müssen wissen, welche Chemikalien ins Erdreich gepumpt werden", sagt er. Von Isabel Klaas

Gregor Jeken, Chef der Stadtwerke Erkrath, bezieht Stellung zum Fracking: "Es gibt für mich keine Kompromisse. Die Wasserversorgung steht im Mittelpunkt. Wasser ist unser höchstes Gut und unser Lebensmittel Nummer 1. Das darf auf keinen Fall gefährdet werden." Das Thema Fracking stand gestern auf der Tagesordnung der Sitzung des Aufsichtsrates der Stadtwerke. "Es gibt bisher keinerlei Anträge oder Genehmigungen", betont Jeken, "aber Erkrath liegt in einem Gebiet vom Ruhrgebiet bis zum Kreis Mettmann, in dem laut Bergamt Erkundungsbohrungen zum Fracking möglich sind."

Trinkwasser aus Tiefenbrunnen

Zur Erinnerung: Fracking bedeutet das Auslösen von Gas aus dem Erdreich mit Hilfe von Wasser, Quarzsand und Chemikalien, die mit hohem Druck in den Untergrund gepumpt werden. Sie schaffen Klüfte im Gestein, durch die das Gas strömen kann. Große Unsicherheit herrscht darüber, inwiefern die zum Vorgang notwendigen Chemikalien das Grundwasser verunreinigen können.

"Die Chemikalien sind das Problem", sagt auch Jeken. "Wir wissen nicht, um was es sich handelt. Die Unternehmen sprechen immer von einem Cocktail, sagen uns aber nicht, welcher Cocktail gemeint ist und wie dieser sich auf den menschlichen Organismus auswirkt", sagt Jeken. Erkrath bezieht einen großen Teil seines Trinkwassers aus Tiefenbrunnen in Sedental und Sandheide. Grundsätzlich, sagt der Chef der Stadtwerke, sei Fracking nicht abzulehnen.

"Wir gehen weg von der Kernenergie, weg von der Kohle wegen der CO2-Belastung. Und mit Öl wird auch nicht mehr geheizt. Gas ist der Energielieferant der nächsten Jahrzehnte." Auf keinen Fall werde es jedoch Bohrungen in den Wasserschutzzonen I, II und III geben. "Wir werden jedes unnötige Risiko vermeiden", sagt Jeken. "Und ehe die Fakten nicht auf dem Tisch liegen, geschieht gar nichts. Wir wollen hier keine Gespenster herumgeistern lassen und unbedingt wissen, wie gefährlich oder ungefährlich Fracking für unseren Bereich wäre." Zuständig für die Zustimmung zu Probebohrungen und die spätere Förderung wäre die Bezirksregierung Arnsberg, wo das Bergamt angesiedelt ist. Jeken plädiert dafür, die Untere Wasserbehörde mit ins Boot zu nehmen.

(RP/rl/anch)
 
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