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Mettmann
Gefährliche Fahrt durch die Pusch-Kurve

Mettmann: Gefährliche Fahrt durch die Pusch-Kurve
Immer wieder kommt es zu Unfällen in dem Kurvenstück, besonders auf regennasser Fahrbahn. Auch Ratinger Bürger sind hier unterwegs. FOTO: Kreispolizei
Mettmann. In der S-Kurve bei Mettmann gibt es immer wieder Unfälle. Ein 90-jähriger Autofahrer erinnert sich: Es war dort immer schon gefährlich. Von Sabine Maguire

Geht es um die Pusch-Kurve, hat Hans-Georg Malitz (90) so einiges zu erzählen. Und nicht nur dass: Als ehemaliger Vorsitzender des Bürgervereins Metzkausen weiß er, dass der Unfallschwerpunkt auf der B7 in Richtung Düsseldorf immer wieder zum Thema diverser Stammtischdebatten wurde. Auf seinem Schreibtisch haben sich über Jahre hinweg Ordner mit dem Schriftverkehr an Ämter und Behörden gestapelt. Dabei ging es um die L 239 n - aber eben auch um die besagte Pusch-Kurve "Das ist längst Literatur geworden", berichtete Malitz schon damals über seine Bemühungen, die Straße begradigen zu lassen. Nun kam ihm das Thema erneut in den Sinn: Denn trotz aller Versuche, endlich Abhilfe zu schaffen, kracht es dort immer noch.

Für Hans-Georg Malitz reichen die Erinnerungen an die unfallträchtige Kurve allerdings schon mehr als 60 Jahre zurück. Damals noch bei der Düsseldorfer "Auto-Union" beschäftigt, musste er erleben, wie einer seiner Kollegen dort schwer verunglückte. Eigentlich habe Klaus Walper bei der Mettmanner Firma "Feder-Becker" dringend benötigte Scheibenwischer-Rückholfedern abholen sollen - und kam dort nie an. "Der Klaus war mit dem Wagen des Werksdirektors unterwegs", erinnert sich Hans-Georg Malitz an zwei aufgeregte Stunden, bis sich - in damals noch handylosen Zeiten - herausstellte, dass der Fahrer mit dem DKW des Direktors in der Böschung und später im Krankenhaus gelandet war. "Nun wurde ich zur Abholung der Federn losgeschickt und habe die Kurve mit äußerster Vorsicht durchfahren", schaut Malitz zurück auf eine Zeit, die sich offenbar nicht allzu sehr von dem unterscheidet, was man in den vergangenen Jahren über die Pusch-Kurve gelesen und geschrieben hat.

Polizeihauptkommissar Andreas Hoffmann besprach im Jahr 2009 mit Studenten von der Fachhochschule Duisburg die Problematik der "Pusch-Kurve". FOTO: JD

Auf dem Dach gelandet, in die Böschung gerauscht: Immer wieder machte die Kurve seither mit Schlagzeilen über Unfälle von sich reden. Noch vor sieben Jahren hatte die Kreispolizei angehende Polizeibeamte der Duisburger Fachhochschule für öffentliche Verwaltung zum Orttermin gebeten. Die Studenten sollten sich dort aufstellen, wo zuvor in einem Zeitraum von zwei Jahren mehr als 20 Autos in die Böschung oder darüber hinaus in die Wiese gerast waren.

Befasst hatte sich mit dem Thema unter anderem auch die Unfallkommission des Kreises Mettmann. All das rief irgendwann den Landesbetrieb Straßenbau auf den Plan - die Fahrbahndecke wurde erneuert. Denn eine Erkenntnis hatte man offensichtlich gewonnen: Die meisten Unfälle waren bei regennasser Fahrbahn passiert - abgesehen von der überhöhten Geschwindigkeit, mit der einige der verunfallten Fahrer unterwegs gewesen sein sollen.

Galt damals dort noch Tempo 70, so sah sich mittlerweile auch die Stadt Mettmann gezwungen, dort mit einer Geschwindigkeitsbegrenzung auf 50 Stundenkilometer zu reagieren. "Es gibt viele Kurven, auf denen man als Autofahrer achtsam unterwegs sein sollte", wundert sich Fachbereichsleiter Kurt Werner Geschorec, dass es in der Pusch-Kurve nach wie vor zu Unfällen kommt.

Ob der neue Straßenbelag wirklich etwas gebracht hat, kann Polizeipressesprecher Ulrich Löhe derzeit noch nicht sagen: "Es ist aus unserer Sicht kein Unfallbrennpunkt. Aber für belastbare Aussagen ist es noch zu früh." Ändern würde er übrigens auch gerne die Sprachregelung, die sich allerdings längst "eingespurt" hat: "Die Bezeichnung "Pusch-Kurve" ist geschäftsschädigend für die angrenzende, gleichnamige Baumschule", glaubt Löhe.

Quelle: RP
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