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Mettmann
Geige fasziniert junge Musikschul-Gäste

Mettmann: Geige fasziniert junge Musikschul-Gäste
Am Tag der offenen Tür zeigte Christina Schmitz Marie und Emily (r.) die ersten Griffe an der Geige. FOTO: Dietrich Janicki
Mettmann. Beim Tag der offenen Tür werben Musikschullehrer: Konzentrations- und Präsenzfähigkeit werden gefördert. Von Oliver Bruhns

Aus dem Unterrichtsraum im dritten Stock der Städtischen Musikschule knarzt, quietscht und heult es bis auf den Flur. Ganz zaghaft ist die Melodie von "Lasst uns froh und munter sein" herauszuhören, überlagert von einem gleichmäßigen, an das Ziehen einer Säge erinnernden Geräusch, das ein in einen Sessel gelehnter Junge einer Bratsche entlockt. Die siebenjährige Emily Brügger lässt sich nicht beirren, spielt weiter das Weihnachtslied, das sie beim Instrumenten-Karussell an ihrer Schule eingeübt hat.

Mittendrin Christina Schmitz, seit 20 Jahren Lehrerin an der Musikschule, die ihren kleinen Besuchern, welche mit ihren Eltern der Einladung zum Tag der offenen Tür am vergangenen Samstag gefolgt sind, die Instrumente erläutert. Sie tut dies mit einer Begeisterung, die sofort auf die Kinder überspringt. Und offenbar ist sie zu selektiver Wahrnehmung fähig, denn das ungebrochen erklingende Gefiedel des Jungen im Sessel scheint sie nicht zu stören. Jeder darf an diesem Tag die Instrumente ausprobieren und ein Meister ist noch nie vom Himmel gefallen.

"Ich bin unmusikalisch." Einen solchen Satz mag Christina Schmitz nicht unkommentiert stehenlassen. "Das gibt es nicht. Ihnen fehlte in Ihrer Kindheit lediglich die Möglichkeit, ein Instrument zu lernen", erklärt sie einem Vater. Und betont, wie wichtig Musik für die Entwicklung eines Kindes ist: "Musiker sind schlauer, denn beim Musizieren sind stets und ständig beide Gehirnhälften gefragt und gefordert."

Das bestätigt auch Martin Hörisch, Leiter der Musikschule Mettmann, an der mehr als 800 Schülerinnen und Schülern unterrichtet und weitere 200 in Grundschulen durch das von der Musikschule initiierte Instrumenten-Karussell zum Musizieren animiert werden. "Musizieren fördert die Konzentrations- und Präsenzfähigkeit, hält schlichtweg fit", weiß Martin Hörisch. Musizieren in der Gruppe schule zudem das Sozialverhalten.

Von der Wichtigkeit des Musikunterrichts ist auch Sabine Twiehaus überzeugt. "An den Schulen kommt das mitunter zu kurz, dort wird nicht selten am Limit unterrichtet. Musizieren sollte aber mehr sein als nur Unterrichtsstoff, es gehört für mich zur Bildung insgesamt", findet die Ratingerin. Ihre Tochter Marie mag die ihr von Christina Schmitz überreichte Geige gar nicht mehr aus der Hand geben. "Ich spiele seit zwei Jahren Flöte, aber Geige - das wollte ich immer", sagt die Achtjährige und wirft ihrer Mutter einen Blick zu, der klar macht: Geigenunterricht steht ganz oben auf Maries Wunschzettel und wird diesen Spitzenplatz so bald auch nicht verlieren.

Neben Streichinstrumenten steht an der Musikschule vor allem das Klavier hoch im Kurs. Unterrichtet wird aber auch nahezu jede Art von Blasinstrumenten, Gesang, Schlagzeug und vieles mehr. Angebote gibt es für Kleinkinder ebenso wie für Erwachsene.

Quelle: RP
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