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Mettmann
Gemeinsam Hindernisse überwinden

Mettmann. An der Carl-Fuhlrott-Realschule lernen Fünftklässler bei Sportübungen Selbstbewusstsein und Teamgeist. Von Valeska von Dolega

"Wir landen mit der Ballung!", erklärte Osman (11) im Brustton der Überzeugung. "So federt man gut und nimmt den Schwung mit." Zwar meinte der Zehnjährige die (Fuß-)Ballen, hatte aber das Prinzip verstanden: Die Fallgeschwindigkeit eines Sprungs in eine Vorwärtsbewegung umzuwandeln. Und das sollte in der Sporteinheit jenseits des regulären Unterrichts vermittelt werden, nämlich auch aus verfahrenen scheinender Situationen etwas zu machen. Vordergründig galt es also einerseits, sportliche Hindernisse zu überwinden, wobei die Sportbarriere ein Sinnbild für so manch alltägliche Herausforderung symbolisierte. Nachhaltig sollte neben der eigenen Persönlichkeitsbildung die Teamfähigkeit gefördert werden.

"Ein Thema, das bei uns im täglichen Unterricht ernst genommen wird", wie Andrea Hober sagte. Sie ist Klassenlehrerin der 5a, deren 28 Schüler unter der Anleitung der Traceure (aus dem Französischen: der, der sich den Weg ebnet) Christian Krupke und Thalis Weizmann über Sportkästen hüpften und Matten passierten. "Parkour-Workshop für die 5. Klassen" hieß das Programm offiziell, an dem sämtliche Fünftklässler der Carl-Fuhlrott-Realschule im Verlaufe des gestrigen Vormittags teilnahmen. "Bei Parkour geht es darum, möglichst effizient und mit dem eigenen Körper von A nach B zu kommen", erklärt Wegbereiter Thalis Weizmann. "Dabei ist Respekt gegenüber sich selbst, dem Hindernis und anderen extrem wichtig." Und was spielerisch im Sportunterricht gelingt, soll im optimalen Fall auf andere Lebenssituationen übertragen werden. Das dabei das Miteinander eine wichtige Rolle spielt, ist eine Lektion, die sich dabei von selbst vermittelt.

"Die Kinder kommen neu von verschiedenen Grundschulen", sagt Andrea Hober. Jeder hält sich für einen kleinen König, nun geht es darum, eine homogene Klassengemeinschaft zu bilden. "Die sollte auf Respekt und einem gleichberechtigten Miteinander fußen", sagt die Klassenlehrerin. Also half Sportskanone Alan Amira über die hohen Kastenklippen zu kommen, die dafür im Gegenzug Hilfestellung bei Sprüngen gab. "Das ist cool", freute sich Mia (10). Am besten fand sie die Gabe der Übungsleiter, zum Weitermachen zu motivieren, "Die haben mir gezeigt, dass es verschiedene Wege gibt, um da drüber zu kommen." Auch Melanie (10) meisterte nicht jede Herausforderung im ersten Anlauf. "Aber das war nicht schlimm. Denn wir lachen keinen aus, sondern helfen dem anderen, damit der das schafft." Dieses "einander helfen" ist für Emily (10) "nicht neu. Da reden wir im Unterricht auch oft von und wenn meine Freundin mal was nicht weiß, dann erkläre ich ihr das." Fazit von Melanie, Amira, Denis, Alan & Co.: "Großer Spaß!" Resümee der Lehrerin: "Eine Klasse, die sich gut versteht, lernt auch besser." Fazit der Wegbereiter: "Wir zeigen den Kindern nur, was alles in ihnen steckt."

Quelle: RP
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