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Mettmann
Geschichten am Piano erzählt

Düsseldorf. Bei der Mettmanner Blueswoche tritt Paul Millns im Best Western Hotel auf. Der Londoner Songwriter setzt intelligente Texte in musikalische Kunstwerke um. Von Ulla Pantel

Elf Jahre lang war Paul Millns nicht mehr bei der Mettmanner Blueswoche zu Gast. Seine Fans aus den Jahren 1985-1999 haben ihn in der langen Zeit nicht vergessen. Legendäre Auftritte im Alten Bahnhof oder bei der VHS sind in lebhafter Erinnerung geblieben. Inzwischen ist der Künstler ebenso älter geworden wie sein Publikum. Dies zeigte der Abend im Best Western Hotel deutlich.

Bei der Vorgruppe, dem Duo Skuyela, war Sängerin Monique Maasen der bunte Hingucker zwischen ergrauten Schöpfen. Mit ihrer mal energiegeladenen, mal erotischen Reibeisenstimme und ihrem Partner Thomas Schneider, der sie ebenso versiert wie dezent auf der Gitarre begleitete, boten die Beiden wunderschön Melodisches zwischen Blues, Swing und Countrymusic. Zweimal sprang dabei als Überraschungsgast Kris Dollimore an der E-Gitarre auf die Bühne: Er ist ein uralter Freund von Monique.

Schlagzeuger der Toten Hosen

Und auch ein bekannter Freund von Thomas Schneider befand sich dezent im Publikum: Vom Ritchie, der Schlagzeuger der Toten Hosen. Schließlich ging es aber um Paul Millns und der war wieder auf seine ganz spezielle Weise großartig: Ein Songwriter, der am Piano seine Geschichten erzählt und sie auf musikalische Weise intuitiv auch denen verständlich macht, die des Englischen nicht ganz so mächtig sind.

Dabei schien der hagere Mann manchmal nur aus Kopf und Händen zu bestehen, wenn er etwa virtuos und kraftvoll die merkwürdig verwirrende Geschichte des "Undercover man" zu Gehör brachte. "Keine Sorge, wenn ihr das nicht alles versteht. Ich selbst verstehe auch nicht alles. Das hat was mit Paranoia zu tun", erläuterte er. Beobachtungen des Alltags, menschliche Eigenschaften und kuriose Erlebnisse sind die Themen des Londoner Songwriters, der seine intelligenten Texte auf seine ganz persönliche Weise in musikalische Kunstwerke umsetzt.

Dabei kommt auch manches Hit-Verdächtige heraus, etwa bei dem ausgefeilten Stück "The Gasoline Heart" oder dem Titelsong seiner neuesten CD "Calling all Clowns". "Ich mag den Zirkus. Neben allen Wundern, die es dort zu bestaunen gibt, findet sich auch immer ein Elefantenschiss, der allem wieder die richtige Bodenhaftung gibt."

Überhaupt sorgte Paul Millns mit vielen kleinen Anekdoten zwischendurch für amüsante Einstiege, etwa wenn er erzählte, wie er als kleiner Junge nach stundenlangem Warten den Blick auf die königliche Familie verpasste.

Quelle: RP
 
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