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Mettmann
Gesellschaft Verein ist sauer auf die Stadt

Mettmann: Gesellschaft Verein ist sauer auf die Stadt
Das Haus an der Beckershoffstraße 20 steht schon seit geraumer Zeit leer. Jetzt gibt es einen Interessenten, der es kaufen möchte. FOTO: Dietrich Janicki
Mettmann. Die Verwaltung habe eine Bauvoranfrage für das GVM-Haus genehmigt und zugelassen, was vorher nicht möglich war. Von Christoph Zacharias

Offenbar kommt Bewegung in die unendliche Geschichte des Hauses der Gesellschaft Verein an der Beckershoffstraße 20. Nach Informationen unserer Zeitung will ein Mettmanner das Haus kaufen. Er hatte im August 2014 eine Bauvoranfrage bei der Stadt Mettmann eingereicht. Seine Vorstellung: Das Haus äußerlich erhalten, aber zu Wohnzwecken nutzen, und auf dem Gartengrundstück ein weiteres Wohngebäude errichten. Die Stadt prüfte das Vorhaben und entschied im Februar 2015 positiv. Die Bauvoranfrage wurde unter den denkmalschutzrechtlichen Auflagen genehmigt. Die Idee, Wohnungen im GVM-Haus zu etablieren, sei durchaus in Ordnung, so die Stadt.

Pikant: Die Gesellschaft Verein, so GVM-Vorstandsmitglied Friedhelm Kückels, sei von Seiten der Stadt nicht über die Bauvoranfrage und die Entscheidung informiert worden. Und: Stadt und GVM fechten einen Streit vor dem Verwaltungsgericht aus. Es geht genau um diese Frage. Muss das Haus, das unter Denkmalschutz steht, in seinem "Innenleben" (Kaminzimmer, Veranstaltungssaal) erhalten bleiben oder nicht. Die Denkmalwürdigkeit dieser Räume war vor Monaten von der Oberen Denkmalbehörde, der Unteren Denkmalbehörde (Stadt) festgeschrieben worden.

In der genehmigten Bauvoranfrage soll es für den möglichen neuen Eigentümer beispielsweise zulässig sein, den großen Saal mit Kaminzimmer mit festen Wänden zu unterteilen. Dies sei früher im Hinblick auf den Denkmalschutz nicht möglich gewesen, sagt Friedhelm Kückels. Fachbereichsleiter Kurt-Werner Geschorec sieht das anders: Eine Baugenehmigung, die noch nicht erteilt sei, werde die denkmalrechtlichen Auflagen natürlich beachten. Zur Vorgeschichte: Das Haus wurde aus wirtschaftlichen Gründen von der GVM an das Langenfelder Bauunternehmen Gernot Paeschke für 300 000 Euro verkauft. Die GVM war damit schuldenfrei. Paeschke wollte das Haus kaufen, abreißen und an seine Stelle einen Neubau mit Eigentumswohnungen setzen. Im Kaufvertrag mit Paeschke ist eine Klausel verankert, die eine Rückabwicklung des Geschäfts möglich macht, sollte es für das Haus keine Abrissgenehmigung geben. Der Stein kam ins Rollen, als die vier Mettmanner Bürgervereine vor zwei Jahren die denkmalrechtliche Prüfung des Hauses beantragten. Die Obere Denkmalbehörde in Brauweiler nahm das Haus unter die Lupe und befürwortete die Denkmalwürdigkeit. Die Gesellschaft Verein hatte zuvor einen Abrissantrag bei der Stadt gestellt. Nur wenn dieser Antrag positiv entschieden wird, wäre der Weg frei für die Firma Paeschke. Die GVM hatte Klage beim Verwaltungsgericht gegen die Abrissverweigerung eingereicht. Jetzt ist die Gesellschaft Verein sauer. Nämlich auf die Stadtverwaltung. Die habe ein doppeltes Spiel gespielt, heißt es aus GVM-Kreisen. Ein Umbau sei also doch möglich, ein Verkauf damit auch. Die GVM hat teure Gutachten erstellen lassen, in denen geprüft wurde, ob das Haus aus wirtschaftlichen Gründen zu halten ist, oder nicht. Wer zahlt jetzt die Gutachten, fragen Mitglieder der GVM. Und wer zahlt den Zeitverzug. Immerhin sind fast zwei Jahre ins Land gegangen.

Die GVM erwartet, dass der mögliche neue Eigentümer in den nächsten Tagen beim Verein erscheinen wird, und einen Kaufvertrag präsentiert. Vermutlich zu besseren Konditionen als damals mit Paeschke ausgehandelt.

Quelle: RP
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