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Kreis Mettmann
Handel hofft auf Plus im Weihnachtsgeschäft

Kreis Mettmann: Handel hofft auf Plus im Weihnachtsgeschäft
FOTO: DJ
Kreis Mettmann. Online-Angebote sind massive Konkurrenz auch für die Einzelhändler im Kreis Mettmann. Die Kunden entscheiden sich zudem immer später. Trotzdem sind Händler zuversichtlich für die nächsten knapp sechs Wochen. Von Valeska von Dolega

Der Blick entlang der Fußgängerzonen und Shopping-Malls beweist: es ist Vorweihnachtszeit. In der Königshof-Galerie in Mettmann beispielsweise schimmern überdimensionierte Christbaumkugeln von Lichterketten umkranzt, samstags sind die Öffnungszeiten bis 20 Uhr ausgeweitet und am dritten Advent wird ein verkaufsoffener Sonntag gefeiert. "Der wirkliche Verkauf fängt immer später an", sagt Gudrun Fath. Aber: Man ist optimistisch. Der Handelsverband Deutschland (HDE) hob seine Jahresprognose auf ein Umsatzplus von 2,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr an. Die Arbeitsmarktdaten sind gut, die Realeinkommen steigend und die Preissteigerungen sind moderat, bilanzierte der HDE-Präsident Josef Sanktjohanser.

Hochbetrieb im Weihnachtsgeschäft bei Amazon FOTO: nn

Im Untergeschoss der Kö-Galerie und an der Poststraße und in Erkrath betreibt Gudrun Fath mit ihrem Mann Hans-Jürgen drei Spielzeugfachgeschäfte. Geht es um lizenzabhängiges Spielzeug, bekannt aus berühmten Filmen oder serienprominent, hängt Wohl und Wehe des Verkaufs von den Marketing-Strategien der Firmen ab. "Ein Renner" seien und blieben klassische Spielsachen. Die Liste dessen, was dazu zählt, ist lang, beginnt bei Lego und endet bei Brettspielen. "Allen elektronischen Sachen zum Trotz werden die gerne gespielt", weiß Gudrun Fath. Und das nicht etwa ausschließlich bei denen, die "Malefiz" miterfunden haben. Nach dem, was bei ihr über die Ladenkasse geht, sind es "junge Leute, die sich gerne zum Spieleabend verabreden.

Amazon Same-Day-Lieferung: Test bestanden FOTO: Christoph Schroeter

Wie bei ihr ist auch für Buchhändler das Angebot aus dem Netz ein "ganz massiver Konkurrent", wie Wolf Gerhäuser sagt. Der Buchhändler aus dem Geschäft Alexander Rüger weiß, wie online Buchpreisbindungen unterlaufen werden. Trotzdem ist "die Vorweihnachtszeit die Phase im Geschäftsjahr, in der ein guter Batzen des Umsatzes gemacht wird". Das traditionelle Buch steht nach wie vor hoch im Kurs. "Die meisten sind Haptiker und halten ihr Leseexemplar eben gerne zum Umblättern in der Hand."

"Das Alter der durchschnittlichen Käufer steigt", das Hörbuch entwickelt sich "konstant", E-Books haben sich nicht als die "gefürchteten Mitbewerber entpuppt" und was Gerhäuser in dieser Saison am meisten fürchtet, ist, wie sich wohl die innerstädtischen Baustellen auswirken. "Wir sind gut aufgestellt", sagt Sebastian Lausch von Johann & Wittmer in Ratingen. Unterhaltungselektronik, Haushaltsgeräte, Kameras und Navis sowie alles, was blitzt und blinkt, zählt zum Repertoire. Natürlich hat sich auch hier die Situation massiv durch Mitbewerber aus dem Netz verändert. Allerdings sei der Onlineshop begehrt. Der hat 24 Stunden an sieben Tagen die Woche "geöffnet". Aber es gebe dort "eben keine kompetente Beratung". Bei vielen Geräten gebe es ein wichtiges Kriterium: "Die Leute wollen die Sachen anfassen", am liebsten auch Ausprobieren.

So wie in der Boutique "Via". Mit Aktionen wie einem freitäglichen Late-Night-Shopping inklusive einiger Überraschungen, veränderten Öffnungszeiten rund um den Herzog-Wilhelm-Markt sowie einem verkaufsoffenen Sonntag Ende November sollen die Weichen auf zusätzlichen Erfolg gestellt werden.

Auch Melanie Wolfram, die erst im Sommer ihren Kunst- und Handwerkladen "Luna" öffnete, hofft auf einen guten Jahresabschluss. Dazu lädt sie für den 11. Dezember den Weihnachtsmann ein, plant Mitmach-Aktionen für Kinder und einen Einpackservice. Weitere Bonbons sind becherweise weißer Glühwein gegen eine Spende sowie veränderte Öffnungszeiten anlässlich des Weihnachtsmarktes in Wülfrath.

Quelle: RP
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