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Handel klagt über weniger Umsatz

Analyse: Handel klagt über weniger Umsatz
Binali Erdogan ist auf Laufkundschaft angewiesen. Er ärgert sich über Umsatzeinbußen. Wenn die Busse aus der Schwarzbachstraße verbannt würden, könne er seinen Laden zu machen, sagt er. FOTO: Dietrich Janicki
Mettmann. Die Sperrung eines Teilstücks der Schwarzbachstraße wird von großen Teilen der Bevölkerung abgelehnt. Die Politik muss endlich eine klare Aussage treffen und nicht die Verwaltung vorschicken. Von Christoph Zacharias

Die Sperrung eines Teilstückes der Schwarzbachstraße sorgt sowohl bei den Bürgern als auch beim Einzelhandel für Unverständnis und für Unmut.

Binali Erdogan, der seit 1996 einen Kiosk am Jubiläumsplatz betreibt, verzeichnet deutliche Umsatzeinbußen. "Besonders, die Kunden, die am frühen Morgen kamen, bleiben aus." Oft seien sie am Jubi von Arbeitskollegen mit dem Auto abgeholt worden. "Da jetzt größere Umwege wegen der Sperrung der Schwarzbachstraße in Kauf genommen werden müssen, meiden die Leute den Jubi. Es gibt jetzt andere Haltepunkte für Mitfahrer in der Stadt. Generell hat die Laufkundschaft abgenommen", sagt Erdogan. Wenn jetzt noch die Busse aus der Schwarzbachstraße verbannt würden, könne er den Laden zu machen. Er sei auf die Busnutzer als Kunden angewiesen.

Ähnlich äußert sich auch Concetta Weckwerth vom Lotto-und Zigarettenladen in der Neanderthal-Passage. Auch sie verzeichnet Umsatzeinbußen, seit die Straße gesperrt ist. Sie hat eine Petition gegen die Schließung der Straße initiiert. "Mehr als 1000 Unterschriften haben wir bereits gesammelt." Diese Unterschriftenlisten liegen auch bei Eray Cöcelli aus, der ein Schmuckgeschäft in der Passage betreibt. "Wir sind auf Laufkundschaft angewiesen und werden seit der Sperrung weniger frequentiert." Die Kunden seien früher auf kurzem Wege in die Tiefgaragen der Kreissparkasse und der Neanderthal-Passage gefahren. "Jetzt, wo längere Wege bis zum Jubi zurückgelegt werden müssen, entscheiden sich die Leute, woanders hinzufahren, um dort ihren Einkauf zu tätigen", vermutet er.

Bei der Zukunftswerkstatt zum Jubiläumsplatz, ein Ideen-Workshop, hatte die Arbeitsgruppe "Verkehr" als Resümee gefordert, die Schwarzbachstraße vom Busverkehr freizuhalten und die Fahrt- und Haltestellen an die Flintrop-Straße zu verlegen. Die Verwaltung hat in einem vierseitigen Papier, das in der Ratssitzung am 5. April vorgelegt wurde, aus ihrer Sicht beschrieben, welche Nachteile dies habe. Der Plan sei nicht zu verwirklichen, heißt es. Die Kommunalpolitiker haben noch keine Entscheidung gefällt, sondern die Verwaltung beauftragt, die Bürgerschaft zu einer Informationsveranstaltung zum Thema "Busverkehr" einzuladen. Termin: 28. April, 18 Uhr, Rathaussaal. Fakt ist, dass ohne eine deutliche Aufhübschung des Jubis - und dazu gehört die Schwarzbachstraße - der Bereich rund um die Neanderthal-Passage von der übrigen Stadt abgehängt wird. Ein paar Bänke und Tische werden als Frequenzbringer nicht reichen. Pläne, den Jubi zu überdachen, dürfen nicht vom Tisch gewischt, sondern müssen weiter verfolgt werden. Würde man wieder den Autoverkehr in der Schwarzbachstraße zulassen, wäre das gesamte Innenstadtverkehrskonzept mit Rückbau Flintrop-Straße und Breite Straße sowie Seibelquerspange und Osttangente gescheitert. In diesem Zusammenhang muss das Ergebnis des Verkehrsgutachtens abgewartet werden, das in den nächsten Wochen präsentiert werden soll. Erst danach können Entscheidungen getroffen werden. Jedenfalls dürfen der Jubi und sein Umfeld nicht veröden. Auf der anderen Seite muss die Blechlawine, die sich täglich durch die Stadt schiebt, reduziert werden.

Quelle: RP
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