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Mettmann
Heimatverein kritisiert Königshof-Umbau

Mettmann: Heimatverein kritisiert Königshof-Umbau
Zehn Millionen Euro möchte der neue Eigentümer der Königshof-Galerie in Mettmann investieren. Der Eingang soll besser gestaltet werden. FOTO: ILG Holding GmbH
Mettmann. Zu groß, zu klotzig und zu viele Bäume müssen gefällt werden. Die Stadt wehrt sich gegen Kritik der Aulen Mettmanner. Von Oliver Wiegand

Vor wenigen Wochen hat der neue Eigentümer der Königshof-Galerie die Pläne für die Umgestaltung vorgelegt. Das Parkhaus wird vergrößert, die beiden Eingangsbereiche bekommen ein neues Gesicht. Die Heimatvereinigung "Aule Mettmanner" äußert nun Kritik.

Die veröffentlichte Ansicht zeige am südlichen Eingang zur Innenstadt einen "voluminösen, großflächigen und klotzigen Bau", der sich nicht in die Umgebung einfüge, schreibt Aule Vorsitzender Friedel Liesenkloss in einem offenen Brief an die Stadt. Durch die vorspringende Erweiterung werde die störende Wirkung noch verstärkt. "Wir bitten, die Planung zu überprüfen. Die Verbesserung der Abläufe sollte durch andere bauliche Maßnahmen und intelligente Verkehrsführung zu erreichen sein", so Liesenkloss. Kritik gibt es auch an der Brücke über die Talstraße. Die Barrierefreiheit sei verloren gegangen. "Die unzulängliche Treppe war da sicher keine besondere Verbesserung und für Menschen mit Mobilitätseinschränkung nicht nutzbar, aber der Wegfall wäre trotzdem eine weitere Einschränkung", so Liesenkloss. Ganz und gar nicht einverstanden sind die Aulen mit dem Fällen der vier Platanen. Die Bäume sollten erhalten bleiben. "Nicht nur, dass wir die Bäume verlieren, es leiden dadurch Stadtbild und die ohnehin dürftige Ansicht auf diesen Komplex erheblich", sagt Liesenkloss. "Von einer neugestalteten Königshof-Galerie wird der gesamte Handel in der Stadt profitieren", sagt Bürgermeister Thomas Dinkelmann. Die Kunden aus Mettmann und der Region könnten sich auf ein attraktives Center freuen.

Große Unzufriedenheit herrschte bei Mietern und Kunden vor allem wegen des Parkhauses, so die Stadt in einer Stellungnahme. Mit einem Erweiterungsbau zur Talstraße können zwei zusätzliche Rampen errichtet werden, die es möglich machen, dass sich im Parkhaus rein- und rausfahrende Autos nicht mehr begegnen. Die Befahrbarkeit des Parkhauses werde somit deutlich verbessert. Für die Zeit nach der Umgestaltung von Breite- und Johannes-Flintrop-Straße sei es für den Einzelhandel wichtig, dass es ein großes, gut befahrbares Parkhaus in Innenstadtnähe gibt. Die Akzeptanz des verbesserten Parkhauses wird auch mehr Frequenz in die Innenstadt bringen, so Bürgermeister Dinkelmann.

Normalerweise kommen 60 Prozent der Kunden mit dem Auto in eine Einkaufsgalerie. "In Mettmann sind es aber nur 30 Prozent", hatte Florian Lauerbach, der geschäftsführende Gesellschafter der IGL, die die Königshof-Galerie gekauft hat, erklärt. Das Parkhaus, so der Unternehmer, sei "eine Katastrophe". Wie der Erweiterungsbau fürs Parkhaus genau geplant ist, steht noch nicht fest. Baupläne hat die Verwaltung bislang noch nicht bekommen.

Ob für die Parkhauserweiterung vier Platanen gefällt werden müssen wird von städtischer Seite geprüft. Die Bäume waren während der Neugestaltung des Außengeländes der Königshof-Galerie im Wurzelbereich beschädigt worden und sollten 2013 gefällt werden. Ein Gutachter hatte festgestellt, dass sie nicht mehr standsicher sind. Dennoch wurde die Fällung der Bäume bisher nicht erledigt, so die Stadt. Um die Standsicherheit der Platanen zu gewährleisten, müssen die Bäume stark gepflegt werden. Die Baumkronen dürfen wegen des geschädigten Wurzelwerks nicht zu groß werden. Sollten die Platanen nicht erhalten werden können, gibt es mit 13 Bäumen, die in der Breite Straße neu gepflanzt werden, Ersatz. Dennoch will die Stadtverwaltung mit dem Eigentümer sprechen und mit ihm nach alternativen Lösungen suchen. Mit der Neugestaltung des Eingangsbereiches an der Talstraße wird es eine bessere Möglichkeit geben, von der Brücke über die Talstraße durch die Königshof-Galerie in Richtung Innenstadt zu gehen. Dies ist die Bedingung der Stadt, wenn die Fluchttreppe abgebaut wird. Die Durchgangsmöglichkeit soll deutlich verbessert werden.

Quelle: RP
 
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