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Mettmann
Hephata will Stadt bei Unterkunft helfen

Mettmann: Hephata will Stadt bei Unterkunft helfen
Die Evangelische Stiftung Hephata bemüht sich seit Jahren um eine neue Nutzung des leerstehenden Haupthauses auf dem Benninghof. Eine große Sammelunterkunft für Asylbewerber ist derzeit nicht umsetzbar. FOTO: Dietrich Janicki
Mettmann. Es leben bereits zehn Asylbewerber auf dem Benninghof. Vor dem Winter muss eine Lösung gefunden werden. Von Christoph Zacharias

Die Stadt Mettmann sucht händeringend Wohnraum für Asylbewerber. Die Gymnastikhalle des KHG ist bereits belegt, die angrenzende Sporthalle wird als Unterkunft vorbereitet. Sie soll nur als Übergangslösung bis nach den Herbstferien dienen, sagt Marion Buschmann, Abteilungsleiterin der Stadtverwaltung. Die Stadt befindet sich in Gesprächen mit dem Mettmanner Bauverein und anderen Immobilieneigentümern. In den vergangenen Monaten und Wochen ist privater Wohnraum (über zehn Wohnungen) für Flüchtlinge in der Kreisstadt angemietet worden. Gespräche mit einem Immobilienbesitzer, der an der Ötzbachstraße ein großes Bürogebäude besitzt, seien wieder aufgenommen worden, sagte Marion Buschmann. Die städtischen Unterkünfte sind alle belegt. Nicht immer gibt es eine Einigung zwischen der Verwaltung und dem Anbieter. Der Mietpreis ist mit ein Kriterium, ob eine Anmietung zustande kommt. Oft sind aber auch die Voraussetzungen (sanitäre Anlagen, Größe der Räume) nicht geeignet, eine Wohnung als Unterkunft herzurichten.

In jüngster Zeit wurde gefragt, ob nicht die Evangelische Stiftung Hephata auf dem Benninghof Wohnraum zur Verfügung stellen könne. Dies hat sie bereits getan, sagte Klaus-Dieter Tichy, kaufmännischer Vorstand der Evangelischen Stiftung Hephata in Mönchengladbach. "Auf dem Benninghof leben bereits zehn Männer und wir haben ein zweites Haus der Stadt zur Verfügung gestellt." Allerdings sei es schwierig, das Haupthaus, in dem früher 300 Menschen lebten, als Unterkunft umzuwidmen. Allein die Betriebskosten würden sich auf 50 000 Euro im Jahr belaufen. "Eine kleinteilige Lösung auf dem Benninghof ist besser", sagte Tichy. Man stehe mit dem Land und mit der Stadt in Verbindung und suche nach Lösungen. Dabei müsse auch die ursprüngliche Nutzung des Benninghofes - ein Haus für Menschen mit Behinderung - beachtet werden. Gleichwohl verkenne Hephata nicht die Not, Wohnraum finden zu müssen und wolle helfen. Gegen eine große Flüchtlings-Sammelunterkunft auf dem Benninghof gibt es neben den hohen Betriebskosten auch weitere Argumente: Der Benninghof liegt ziemlich isoliert, eine Infrastruktur (Geschäfte) in der Nähe ist kaum vorhanden. Kleinere Wohngruppen in der Innenstadt würden zudem die Integration der Flüchtlinge verbessern, heißt es.

Andrea Rottmann (SPD) hat Bürgermeister Bernd Günther gefragt, ob die Stadt vorhabe, Container aufzustellen und weiteren Wohnraum anzumieten.. Die soziale Betreuung der Flüchtlinge müsse verbessert werden. Es fehle Personal. Schließlich fragt Rottmann nach einer Koordinierungsstelle für Flüchtlingsfragen. "Es melden sich engagierte Bürger, die helfen wollen, ob mit Sachspenden, Ideen für gemeinsame Aktionen oder Angeboten von Sprachunterricht und ich höre immer wieder, dass dieses Engagement nicht richtig gebündelt und in die richtigen Kanäle verwiesen wird. Irgendwann gibt jeder noch so engagierte Bürger auf, wenn er das Gefühl hat, sein Engagement ist nicht gewollt", sagt Rottmann.

Bürgermeister Bernd Günther teilte gestern mit, dass die Stadtverwaltung erst nach erfolgreichen Verhandlungen, sprich Abschluss von Mietverträgen, konkret informieren könne. Er hoffe, dass dies bald der Fall sein werde. Seit zwei Jahren suche die Stadt Wohnraum.

Quelle: RP
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