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Mettmann
Herrenlose Tasche löst Bombenalarm aus

Fotos: Vermeintlicher Bombeneinsatz am Bahnhof Mettmann
Fotos: Vermeintlicher Bombeneinsatz am Bahnhof Mettmann FOTO: Blazy, Achim
Mettmann. Zwei Männer haben gestern Vormittag eine Sporttasche in einem Regiobahnwagen zurückgelassen und sind weggelaufen. In der Tasche befanden sich lediglich Sportsachen. Der Zugverkehr fiel drei Stunden lang aus. Von Christoph Zacharias und Achim Blazy (Fotos)

Eine herrenlose Sporttasche in einem Regiobahn-Triebwagen hat gestern Vormittag den Zugverkehr zwischen Gerresheim und Mettmann lahm gelegt.

Um 10.20 Uhr meldete sich der Triebwagenführer auf der DB-Strecke bei der Leitstelle der Regiobahn, berichtete Sabine Hovermann, Notfall-Managerin der Regiobahn. Der Triebwagenführer teilte mit, dass zwei junge Männer, die ausländisch aussehen, die Regiobahn in Kaarst bestiegen haben. Sie hatten eine Sporttasche auf die Sitzfläche eines Abteils des ersten Triebwagens gestellt. Dann hätten sie Fahrausweise gezogen. Am Haltepunkt Völklinger Straße, so der Triebwagenführer weiter, sind die beiden Männer fluchtartig aus der Bahn gestiegen und am Triebwagenführer, der aus dem Fenster des Führerstandes schaute, vorbeigelaufen. Die Leitstelle habe die Deutsche Bahn informiert. Der dortige Fahrdienstleiter soll angeordnet haben, dass die Regiobahn bis zum Endhaltepunkt nach Mettmann-Stadtwald fährt. Dies sei nicht nachvollziehbar, hieß es gestern aus Kreisen der Regiobahn. Normalerweise hätte der Zug sofort gestoppt und evakuiert werden müssen.

Die Berufsschüler konnten wegen der umfangreichen Sperrungen rund um den Bahnhof nicht mit dem Bus nach Hause fahren. FOTO: Blazy, Achim (abz)

Am Endehaltepunkt Mettmann-Stadtwald stand bereits beim Eintreffen des Zuges die Polizei. Die Fahrgäste wurden in Sicherheit gebracht, der alte Bahnhof evakuiert und das Bahnhofgelände weiträumig abgesperrt. Im Einsatz waren zahlreiche Polizeibeamte, die mit fünf Streifenwagen, drei Motorrädern und einem Polizeirad zum Haltepunkt Stadtwald geeilt waren.

Gegen 12.30 Uhr rückten Spezialkräfte der Bundespolizei aus Düsseldorf an. Sie röntgten die Tasche und gaben Entwarnung. In der Tasche, so die Auskunft des ehemaligen Geschäftsführers der Regiobahn, Joachim Korn, befanden sich ein paar Sportschuhe, ein Handtuch, ein Sporthemd und eine Flasche mit einer Flüssigkeit. Beamte der Spurensicherung waren ebenfalls am Einsatzort. Sie fotografierten die Tasche und die Gegenstände, packten sie ein und nahmen sie zur Untersuchung mit zur Wache. Dort wird auch die Flüssigkeit analysiert. Die beiden Fahrgäste, die die Tasche zurückgelassen hatten, sind mit einer Videokamera im Zug aufgenommen worden, die Daten werden ausgewertet. In allen Regiobahnzügen gibt es eine Videoüberwachung. "Wir haben die Aufnahmen der Polizei ausgehändigt", sagte Korn. Unklar ist, ob es sich um einen üblen Scherz gehandelt hat oder ob die beiden Männer die Tasche einfach in ihrer Eile im Zug vergessen hatten.

Während des Einsatzes verkehrten fast keine Züge auf der Strecke zwischen Gerresheim und Mettmann. Vierzehn Züge fielen in beiden Richtungen aus. Lediglich zwei Züge fuhren von Mettmann-Zentrum nach Gerresheim.

Die Regiobahn bot ihren Fahrgästen an, sie gratis mit dem Taxi ans Ziel zu befördern. FOTO: Blazy, Achim (abz)

Die Regiobahn richtete einen Taxiverkehr an den Haltepunkten ein, der die Fahrgäste kostenfrei zu ihrem Zielort fuhr. Gegen 13.27 Uhr wurde die Sperrung aufgehoben und der Zugverkehr frei gegeben.

Quelle: RP
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