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Weihnachts-Wissen (Ende)
Heute ein Christkind

Mettmann. Rituale und Bräuche sind aus der Adventszeit nicht wegzudenken. Doch woher kommen Apfel, Nuss und Mandelkern? Experte Manfred Becker-Huberti erklärt, was es damit auf sich hat.

Das Schenken zu Weihnachten hat nach wie vor Konjunktur, aber es ist ein wenig in Verruf gekommen. Den meisten von uns ist ein Unbehagen beim Schenken anzumerken. Das Schenken zu Weihnachten hat keine alte Tradition. In katholischen Gegenden gab es vor kurzem noch alte Menschen, die erzählen können, dass in ihren Kindertagen zwar zu Weihnachten gefeiert, aber nicht geschenkt wurde. Bei den Katholiken wurde zu Nikolaus beschert.

Martin Luther hat erst das Schenken zu Weihnachten eingeführt und genau deshalb haben die Katholiken diese Sitte nicht übernommen. Der Reformator hat nicht nur den Schenktermin von Nikolaus auf Weihnachten verlegt, sondern auch das Christkind als Kinderbeschenker eingeführt. Verräterischerweise schenkt das Christkind so, wie es der Nikolaus bis zur Reformation gemacht hat: still, heimlich und ohne gesehen zu werden.

Die Kinderbescherung am Niko-lausabend hatte sich im Mittelalter eingebürgert, als der heilige Nikolaus zu einem ungeheuer populären Heiligen wurde. Das Schenken am Fest des heiligen Nikolaus machte Sinn, denn in der uralten Legende des Heiligen aus dem 5./6. Jahrhundert wird berichtet, dass der Heilige einen Vater und seine drei Töchter, die dieser nicht standesgemäß verheiraten konnte, dadurch rettete, dass er ihnen nachts unerkannt aus seinem eigenen ererbten Vermögen Gold in ihr Haus warf, so dass die jungen Frauen vor dem Elend bewahrt wurden.

Unsere Vorfahren haben in dieser Form geschenkt, weil schon der heilige Nikolaus selbst heimlich geschenkt hat. Er schenkte stellvertretend: Sein Geschenk sollte auf den verweisen, der ihm diese Hilfe, diese Gnade, ermöglichte, nämlich Gott selbst. Nikolaus verzichtete auf sein Erbe, weil er sein Erbe als Geschenk begriff, mit dem er Gutes tun sollte. Schenken bedeutete für Nikolaus: Menschen erfahren, teilhaben lassen am Reich Gottes. Das Geschenk des Heiligen war letztlich eben nicht das Gold, das er gab, sondern die Freiheit, die er den jungen Frauen erwarb. Religiös ausgedrückt: Nikolaus hielt den drei Frauen den Weg in den Himmel offen, weil er sie mit seinem Geschenk davor bewahrte, sich den Lebensunterhalt auf der Straße verdienen zu müssen.

Quelle: RP
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