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Erkrath
Hochdahler Topps

Erkrath. Der Stadtteil Hochdahl hat eine interessante, wenn auch komplizierte Entstehungsgeschichte. Mit nahezu 30.000 Einwohnern ist er der größte Siedlungsschwerpunkt im Bereich der Stadt Erkrath. In den sechziger Jahren begonnen, entwickelte sich Hochdahl durch eines der größten städtebaulichen Vorhaben des Landes Nordrhein-Westfalen in der Nachkriegszeit zu dem, was es heute ist. Von Flavia Polotzek

Besonders als nicht-gebürtige Hochdahlerin waren mir diese Tatsachen aber nicht bewusst. Wenn allerdings ein Ort, der früher nicht viel mehr als eine Ansammlung kleiner Höfe war, so viele Veränderungen erfahren und sich erfolgreich der Eingemeindung in eine andere Stadt widersetzt, dann muss er doch einiges zu bieten haben. Neben ein paar unvorteilhaften Kleinigkeiten ist das auch der Fall.

Zuerst aber ein Blick auf die Dinge, die mir Hochdahl sehr sympathisch machen. Ein großer Pluspunkt, der mir das Leben erleichtert, ist die tolle Bahnanbindung an die umliegenden Städte. Düsseldorf und Wuppertal sind in ungefähr 15 bis 20 Minuten mit der S8 erreichbar, und von dort aus gibt es natürlich weitere Umstiegsmöglichkeiten. Aber auch mit dem Bus kommt man recht schnell nach Mettmann, Hilden, Haan und Wülfrath.

Neben dem Neanderbad ist für mich auch die Nähe zum Neandertal ein Glücksfall. Auf dem Wanderweg durch das Eiszeitliche Wildgehege kann man sich nicht nur sportlich betätigen oder bei einem Sparziergang entspannen, sondern auch noch Tarpane (Wildpferde), Ochsen sowie Wisente bestaunen und füttern.

Ein weiteres charmantes Highlight ist der Weihnachtsmarkt im und am historischen Lokschuppen, der jedes Jahr an zwei Adventswochenenden vom Eisenbahn- und Heimatmuseum Erkrath-Hochdahl veranstaltet wird. Vom wirklich leckeren Essen abgesehen, kann man dort auch allerlei selbst angefertigte Kleinigkeiten oder Eisenbahn-Raritäten finden, die sich gut als Geschenkideen eignen.

Wie alles im Leben hat aber - zumindest für mich - auch Hochdahl eine Kehrseite. Der Hochdahler Markt ist mit seinen verschiedenen Geschäften und dem riesigen Edeka-Center zwar nicht unattraktiv, jedoch präsentiert er sich bei jedem meiner Besuche eher verschlafen und lädt nicht unbedingt zum Verweilen ein. Was mich aber wie viele andere auch wirklich nervt, ist die Pfütze am Wertstoffhof. Wenn es geregnet hat, bedeutet ein direktes Halten an den Containern immer ein dreckiges Auto oder nasse Füße.

Insgesamt ist Hochdahl für die junge, abenteuerlustige Generation etwas langweilig. Die Nähe zu größeren Städten und die gute Anbindung an den öffentlichen Verkehr ermöglichen es aber zum Glück, trotzdem schnell mitten im Großstadtleben zu sein.

Quelle: RP
 
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