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Kreis Mettmann
Hygiene - ein Baustein der Patientensicherheit

Kreis Mettmann: Hygiene - ein Baustein der Patientensicherheit
Hygiene-Fachkraft Boris Ulitzka und Qualitätsmanagement-Beauftragte Astrid Strathmann beobachten, wie Krankenpfleger Hans Schuster im Evangelischen Krankenhaus Mettmann einen Abstrich bei Hannah Lohmann nimmt. FOTO: dj-
Kreis Mettmann. Viele Kliniken in NRW haben im März eine Initative gestartet, um über Krankheitserreger und Infektionsschutz zu informieren. Von Valeska von Dolega

Weiße Kittel, blankes Gerät und saubere Betten. Die Vorstellungen vom Krankenhaus sind geprägt von Präzision und Sauberkeit und damit die Vorstellungen auch der Realität entsprechen, ist das Thema Hygiene ein wichtiger Baustein im Maßnahmenkatalog der Patientensicherheit.

Die wird nicht dem Zufall überlassen, hierüber wacht akribisch das sogenannte Qualitätsmanagement (QM). Die abzuarbeitenden Checklisten sind vergleichbar mit denen der bemannten Raumfahrt. Dazu gibt es an den Kliniken einen QM-Beauftragten, der darüber wacht, dass von der Reinigungskraft bis zu den Mitgliedern der Chefetage jeder penibel diese Vorgaben einhält. Alle Maßnahmen werden per EDV-Programm entsprechend dokumentiert.

Denn "multiresistente Erreger sind ein Problem, dem sich das medizinische Versorgungssystem stellen muss", wie Bernd Huckels sagt. Seit 2011 mit DIN ISO Zertifikat ausgezeichnet, verfügt das von ihm als Geschäftsführer geleitete Haus seitdem auch über eine Hygienefachkraft. Boris Ulitzka sorgt dafür, dass es keine Übermacht der Keime gibt. Wird ein neuer Patient aufgenommen, wird er als erstes standardmäßig überprüft - per Screening. Dazu wird ein Abstrich aus Nasen- oder Rachenraum genommen und im Labor auf eventuelle Keime und ihren Grad der Ansteckungsmöglichkeit überprüft.

"Ein Baustein der Patientensicherheit", wie Ulitzka betont. Denn wäre hier ein auffälliger Befund, würde der Patient entsprechend isoliert. Weil aber jeder einzelne mit seinem Handeln Verantwortung trägt - auch Patienten - liegen Broschüren mit entsprechenden Anleitungen in jedem guten Haus aus.

Nicht nur Patienten und das Klinikpersonal könnten mit einem der klinikrelevanten 50 Keimarten, wovon etwa 20 als multiresistent gelten, infiziert sein. Besucher ebenso. Deshalb gibt es inzwischen in jedem Zimmer, auf jeder Station und an allen Ein- und Ausgängen Spender mit einer Desinfektionsflüssigkeit. "Zwei Hübe aus dem Spender und anschließend 30 Sekunden die Flüssigkeit im gesamten Handbereich verteilen", lautet die professionelle Anleitung zur Anwendung. Denn: Hauptüberträger sind die Hände. "Wer von wo-auch-immer nach Hause kommt, sollte sich zunächst unter laufendem Wasser die Hände waschen." Und es gilt auch, nie in die offene Hand zu niesen oder zu husten, sondern, ist gerade kein sauberes Taschentuch griffbereit, dafür den Arm zu nehmen.

Weitere Tipps lauten, Wäsche grundsätzlich bei mindestens 60 Grad zu waschen, "sonst überleben Keime", weiß der Hygienefachmann. Wer eine Erkältung hatte, sollte die in der Phase benutzte Zahnbürste entsorgen. "Darin lauern die Keime noch immer." Gleiches übrigens gilt für den Deoroller.

Quelle: RP
 
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