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Postskriptum Die Woche In Der Stadt
Ich freue mich auf die Tour

Mettmann. Sobald man das Wort "Tour de France" auch nur in den Mund nimmt, kommen die bösen Kommentare. "Schau ich mir nicht an, die sind doch eh alle gedopt." "Das ist doch Betrug, da fährt eine rollende Apotheke an unseren Haustüren vorbei". Von Oliver Wiegand

Akzeptiere ich, hab ich verstanden. Die Sportfans sind immer noch tief enttäuscht, dass Jan Ulrich und Lance Armstrong uns jahrelang belogen und betrogen haben. Bei all seinen sieben Tour-Siegen war Armstrong gedopt. Trotzdem haben sich die beiden spannende Duelle geliefert, an die ich mich gerne erinnere und die ich mir stundenlang angesehen habe. Die Tour de France hat eine ungeheure Faszination. Das Surren, Stöhnen, Keuchen und laute Atmen der Fahrer kann man vom Wegesrand verfolgen. Sehr gerne schaue ich mir die Berg-Ankunften an, wenn die Fahrer durch einen dichten Pulk von Zuschauern fahren, die erst im letzten Moment zur Seite springen. Es sieht so aus, als wären Zuschauer und Fahrer eins, die Masse tobt vor Begeisterung. Jeder, der mitfährt geht an seine körperlichen Grenzen und oft auch darüber hinaus.

Derart spektakuläre Szenen können wir in Erkrath und Mettmannnatürlich nicht erwarten. Doch es ist doch ein Hauch vom Mythos, des größten Radrennens der Welt mit einer mehr als 100-jährigen Geschichte, der uns streift. Darauf freue ich mich, das wird ein Super-Sonntag. Ganz nebenbei: Nur noch über Leichtathletik, Fußball oder Schwimmen zu berichten und über die Tour de France nicht, wäre an Heuchelei nicht zu überbieten.

Quelle: RP
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