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An(ge-)dacht
Ich gehe spazieren, kommst du mit?

An(ge-)dacht: Ich gehe spazieren, kommst du mit?
Peter Savy Madappilly, Kaplan in der Gemeinde St. Lambertus. FOTO: Janicki
Mettmann. Ich gehe spazieren; kommst du mit? - Endlich! Es ist wieder eine schöne Jahreszeit. Es ist hell, die Luft ist frisch, die Tage werden länger, wärmer, und wir alle sind glücklich und froh; es weckt unsere Lebensgeister.

Die Menschen sind gut gelaunt und aktiv. Man lädt Freunde und andere ein, mit ihnen zu feiern, zu grillen und zu spielen. Eine besondere Einladung bekommt man diese Tage - vielleicht eine wie diese. "Ich gehe spazieren; kommst du mit?" Oder man schreibt einfach selbst auf whatsapp-Gruppen oder auf Facebook und findet einige Freunde. Ich finde dieses eine wertvolle Einladung, die ich persönlich gerne wahrnehme.

Seit einigen Tage gehe ich manchmal auch spazieren - auf der Straße, durch die Felder in Mettmann oder nahe einem See in der Nähe. Das innere Gefühl und die Entspannung des Körpers und frische Gedanken sind unbeschreiblich kraftvoll. Ich atme frische Luft und die Kraft der erwachenden Natur. Der Frühling ist eine ganz besondere Jahreszeit für die Menschen, die etwas Inneres suchen.

In dieser Jahreszeit lädt uns die Natur ein, mit ihrem Wachstum mitzugehen: ihr Erwachen nach dem Winterschlaf zu beobachten, was in ihrem Leben passiert, wie zu einer Liveshow, wie der Emmaus-Gang (Der Gang Jesu mit zwei Jüngern nach seiner Auferstehung in Richtung Emmaus), um zu hören, zu erfahren und etwas mitzunehmen.

Alle kennen dieses Thema, trotzdem möchte ich darüber dieses mal schreiben, weil meine Spiritualität oft in der Natur beginnt. Viele technische Entwicklungen in der Welt haben ihre Vorgänger in der Natur, die fliegenden Lebewesen, die schwimmenden Fische usw. Auch kann ich manche technische Hilfe für meine Spiritualität aus der Natur holen. Eine Hilfe, die ich von dieser Zeit mitnehme, ist das Erwachen der Natur nach dem Winterschlaf.

In meiner Arbeit, um meine Visionen zu entwickeln, um meine Träume und Ideen zur Erfüllung zu bringen, brauche ich gleichsam einen Winterschlaf. Und wenn ich das erfahren habe, kann ich mit mehr Kraft und Power arbeiten -eine Auf-Erstehung von Müdigkeit, Stress und Aufregung. Für diese Auferstehung (wir haben gerade Ostern gefeiert) braucht man einen Winterschlaf: eine Grablegung.

Ob man an Gott glaubt oder nicht, jeder braucht diesen Winterschlaf - täglich, monatlich und jährlich. Und hier, in diesem Prozess der Natur beginnt meine Spiritualität, die ich brauche - wie das Essen und Trinken; ich glaube, dadurch bin ich ein Stück freier geworden von eventuellen Depressionen und Burnouts in meinem Leben. "So, ich gehe spazieren; kommst du auch mit?"

PATER SAVY MADAPPILLY, KAPLAN IN DER GEMEINDE ST. LAMBERTUS

Quelle: RP
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