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Mettmann
Inkontinenz: Neue Gruppe am EVK

Mettmann. Menschlich und medizinisch soll das Tabu-Thema nun begleitet werden. Von Valeska von Dolega

Wer davon betroffen ist, schweigt sich am liebsten dazu aus. Blasenschwäche und Inkontinenz sind Tabu-Themen. Jetzt gründet sich am Evangelischen Krankenhaus (EVK) die erste Selbsthilfegruppe zum Thema.

"Nicht allein die Diagnostik und Therapieangebote sind wichtig", sagt Clemens Stock, seit einem Jahr Chef der Gynäkologie am EVK. Seit September gibt es in seiner Abteilung eine zertifizierte Beratungsstelle für Leute mit Inkontinenzleiden. Die Selbsthilfegruppe - übrigens die überhaupt Erste am EVK - - soll "eine weitere Säule" als niederschwelliges Angebot darstellen. "Ganz wichtig ist der Austausch untereinander", ergänzt Gisela Laab, Selbsthilfegruppen-Beauftragte. Im Gespräch im sogenannten geschützten Raum mit anderen Leidensgenossen zeigt sich schnell: "Man ist nicht allein", auch andere haben zu kämpfen. Die genaue Zahl von Betroffenen lässt sich nur schwer erfassen. Schätzungen gehen davon aus: In Deutschland leiden fünf bis acht Millionen Menschen an einer Blasenschwäche. Viele ertrugen die Erkrankung, die sie als Makel empfinden, bislang stillschweigend.

Das nicht ärztlich geleitete, sondern als Forum konzipierte Angebot startet mit einer Auftaktveranstaltung Donnerstag, 22. Oktober. Ab 17 Uhr soll Interessierten im EVK ein Überblick gegeben werden, was in der Selbsthilfegruppe passieren könnte. Geplant ist, sich alle vier Wochen, immer am ersten Mittwoch des Monats, um 17 Uhr zu treffen. Eingeladen sind dann nicht nur Frauen, die gerade Mutter wurden und durch Schwangerschaft und Geburt einen erschlafften Beckenboden, der gerne zu Blasenschwäche führt, haben. "Inkontinenz betrifft Frauen wie Männer", weiß Clemens Stock. Frauen allerdings sind dabei häufiger betroffen als Männer, ältere Menschen öfter als jüngere Leute. "Je besser man sich kennt, desto vertrauter werden die Gespräche", weiß Gisela Laab aus Erfahrung. Bereits seit 2009 leitet sie eine Inkontinez-Selbsthilfegruppe in Velbert.

Geplant sind unter anderem Vorträge unterschiedlicher Referenten. Dazu berichten beispielsweise Apotheker über wirksame Hilfsmittel und welche Beträge Krankenkassen übernehmen, Therapien sollen von Fachchinesisch in allgemeinverständliche Sprache übertragen werden. Mit vier Beiträgen soll Clemens Stock von der Partie sein. Er berichtet über den Stand der Dinge der operativen Möglichkeiten und wirksamer Therapieformen.

Quelle: RP
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