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Mettmann
Jugendhelferin baut Flüchtlings-Netzwerk auf

Mettmann. Susanne Butzke ist neue Flüchtlingskoordinatorin der Stadt Mettmann. Sie wird ab Januar voll einsteigen. Von Christoph Zacharias

Es hat ziemlich lange gedauert, bis die Stadt Mettmann eine Flüchtlingskoordinatorin einstellen konnte. Jetzt ist sie mit Susanne Butzke (47) gefunden worden. Die gebürtige Wuppertalerin arbeitet bereits seit Mai 2008 bei der Stadtverwaltung Mettmann. Und zwar im kommunalen Sozialdienst. Hinter diesem abstrakten Begriff verbergen sich vielfältige Aufgaben mit Menschen. "Ich war in der Jugendhilfe tätig, habe mich um die vielen unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge gekümmert, aber auch Menschen geholfen, bei denen die Gefahr bestand, dass sie ihre Wohnung verlieren." Die gelernte Diplom-Sozialarbeiterin mit einer Zusatzausbildung als Mediatorin hatte vor ihrer Tätigkeit in der Verwaltung wichtige Basisarbeit in einem Obdachlosenheim für Alkoholkranke gesammelt.

Jetzt freut sie sich auf eine neue Herausforderung. Im vergangenen Herbst, als die jungen Flüchtlinge ohne Eltern und Verwandte nach Mettmann kamen, war sie zur Stelle und versuchte, diesen Menschen zu helfen. "Das war der emotionale Auslöser für mein Engagement in der Flüchtlingshilfe." Sie wird ab dem 1. Januar "voll einsteigen". Bis dahin arbeitet sie an zwei Tagen in der Woche an dem Thema Flüchtlinge und führt an den restlichen Tagen ihre Nachfolgerin in den kommunalen Sozialdienst ein.

Die Stelle als Flüchtlingskoordinatorin ist auf zwei Jahre befristet. "Doch wir werden Frau Butzke weiter beschäftigen", sagt Bürgermeister Dinkelmann, der froh ist, endlich diese neue Stelle besetzen zu können. Es hatten sich nämlich im ersten Auswahlverfahren, bei dem vor allem auswärtige Bewerber im Rennen waren, nach und nach alle potenziellen Interessenten verabschiedet und waren gar nicht zur Vorstellungsrunde gekommen. Susanne Butze hatte sich bereits im Mai intern auf die Stelle beworben und wurde letztendlich genommen. "Viele Bewerber hatten Probleme, die Ganztagsstelle anzutreten", sagt Dinkelmann. Doch der Job als Flüchtlingskoordinatorin lasse sich nur im Ganztagsbetrieb bewerkstelligen, sagt der Bürgermeister.

Susanne Butzke will zunächst die hauptamtlichen Helfer bei Caritas und Diakonie kennenlernen, sie sucht zudem den Kontakt zu den Ehrenamtlern, wie sie sagt. Im nächsten Jahr will sie ein Integrationskonzept aufstellen. Sie weiß, dass der direkte Kontakt zu Flüchtlinge wichtig ist. "Ich werde Sprechstunden anbieten." Und: "Flüchtlinge, die anerkannt sind, brauchen eine Wohnung und eine Arbeit. Es werden Gespräche mit Arbeitgebern und Vermietern zu führen sein." Wichtig sei auch der Kontakt zu den anderen Behörden, wie Integration Point, Ausländerbehörde, Jobcenter, Bundesamt für Migration und Flüchtlinge sowie zu anderen Kommunen.

Susanne Butzke erhält eine Stabsstelle, die direkt beim Bürgermeister angesiedelt ist. "Das bedeutet, sie muss nicht sämtliche Verwaltungswege einhalten, sondern kann selbständig und frei entscheiden", sagt Thomas Dinkelmann.

Quelle: RP
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