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Kreis Mettmann
Kahlschlag an den Straßenrändern

Kreis Mettmann. Straßen NRW und die Gehölzarbeiten. Bis Montag dürfen die Mitarbeiter Bäume und Sträucher schneiden und fällen. Von Roman Zilles

Gemeinhin waren sie stets geschützt von den Blicken der Vorbeifahrenden. Aber damit ist es aktuell vorbei für die Mitglieder der Alfred-Vissel-Anlage. Jedem, der dieser Tage die A3 an der Abfahrt Opladen verlässt, bieten sich ungewohnte Einblicke auf die Lauben der Opladener Kleingärtner. Denn der gewöhnlich dichte Sichtschutz aus Hecken und Bäumen ist weg. Übriggeblieben sind nur Stümpfe sowie säuberlich zum Abtransport gestapelte Stämme.

Wie hier ergeht es derzeit der straßenbegleitenden Vegetation in weiten Teilen des Landes. Denn bei Straßen NRW steht die Gehölzpflege weit oben auf der Agenda. Kaum ein Tag vergeht aktuell, ohne dass Autofahrer Männer in Warnwesten und mit überdimensionalen Häckslern beim Grünschnitt passieren. "Zum Ende der Fällzeit knubbelt es sich meist", sagt Laurenz Braunisch vom Landesbetrieb.

Entlang der Autobahn 3 hat es in Ratingen, Mettmann bis nach Hilden bereits umfangreiche Abholzungsarbeiten gegeben. Auch Kreisstraßen wie beispielsweise die Düsseldorfer Straße in Mettmann weist deutlich gelichtete Straßenränder auf.

Am Dienstag ist es mit den Gehölzarbeiten von Straßen NRW indes vorbei. Denn am 1. März beginnt die Vegetationsphase, und damit haben nistende Vögel und Co. Vorrang. "Was wir bis Ende Februar nicht schaffen, das muss bis zum nächsten Mal warten", sagt Braunisch. Genauer gesagt: bis zum 1. Oktober, wenn die nächste Gehölzpflege-Saison für seine Kollegen beginnt.

Ausnahmen werden allerdings gemacht: für Form- und Pflegeschnitte; aber vor allem, wenn sich in der Zwischenzeit Gefahren ergeben, etwa durch Bäume, die ihre Standsicherheit verlieren und den Verkehr gefährden.

Dieses Mal hat der recht warme Winter den Arbeiten in die Karten gespielt. Denn da nur vergleichsweise selten Streudienste angefallen sind, konnten die Mitarbeiter sich vermehrt Bäumen und Sträuchern widmen. Allerdings kümmern sich nicht nur sie darum. "Vor allem wenn Bäumen mit größerem Umfang gefällt oder beschnitten werden müssen, werden häufig Unternehmen damit beauftragt", sagt Braunisch. Diese dürfen das anfallende Holz mitunter selbst verwerten - allerdings ist der Gegenwert laut Straßen NRW vorab im Angebot der Firma zu berücksichtigen. "Wir selbst handeln nicht mit Holz", sagt Braunisch.

In welchen Bereichen Bäume und Sträucher entlang der Straßen beschnitten werden, legen vorab Fachleute fest. Im Wesentlichen werden zwei Methoden angewendet. Zum einen die "selektive Bestandspflege", bei der neben dem Schnitt an den Straßenrändern im hinteren Bereich nur vereinzelt Bäume entfernt werden. "Allerdings können wir natürlich nicht jedem Baum eine Einzelbetreuung zukommen lassen", ergänzt Braunisch. Daher wird, zum anderen, auch weiterhin das "Auf-den-Stock-Setzen" praktiziert. Dabei werden sämtliche Gehölze wenige Zentimeter über dem Boden gekappt.

Das Resultat kommt - zumindest für den botanischen Laien - einem Kahlschlag gleich. Aber ein solcher Anblick sei nicht von langer Dauer. "In einigen Bereichen wird dies in regelmäßigen Intervallen praktiziert. Aber solche kahle Stellen sind spätestens nach zwei Jahren wieder zugewachsen und nicht wiederzuerkennen", ergänzt Braunisch. So lange müssen Kleingärtner der also warten, bis ihr natürlich nachwachsender Blickschutz wieder da sein wird.

Quelle: RP
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