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Mettmann
Kaiser's-Mitarbeiter sind verunsichert

Mettmann: Kaiser's-Mitarbeiter sind verunsichert
Im Jahr 2008 wurde die Filiale an der Berliner Straße vergrößert und modernisiert. Was mit dem Geschäft passiert, ist derzeit offen. FOTO: A. Blazy
Mettmann. Noch ist ungewiss, ob die Filiale an der Berliner Straße übernommen oder geschlossen wird. Von Christoph Zacharias

In der Filiale von Kaiser's an der Berliner Straße in Mettmann ist die Stimmung bei den Angestellten gedrückt: "Wir wissen nichts. Neuigkeiten erfahren wir nur aus den Medien", sagt eine Angestellte. Wer übernimmt die Filiale, bleibt sie erhalten oder wird sie im schlimmsten Fall geschlossen?

Nach den jüngsten Veröffentlichungen sollen Filialen in NRW übernommen, andere geschlossen werden. Das Wort Zerschlagung macht die Runde. Am Eingang hängt ein großer Zettel: "An die Manager von Rewe, Norma und Markant. Wir wollen nicht die Opfer Eurer Machtspiele sein. Zeigen Sie endlich soziale Verantwortung und machen Sie den Weg frei für die Ministererlaubnis. Ziehen Sie Ihre Klagen zurück. Es geht um unsere Arbeitsplätze." 20 bis 30 Mitarbeiter arbeiten in der Filiale. Angeschlossen ist eine Metzgerei - sie gehört zu Kaiser's - und eine Bäckerei, die in Eigenverantwortung arbeitet.

Sowohl an den Schaufenstern der Bäckerei als auch auch bei Kaiser's hängen Zettel. Es werden bei Kaiser's Mitarbeiter in Teilzeit sowie Aushilfen gesucht, ähnliches gilt für die Bäckerei. Schnee von gestern?

Die Filiale an der Berliner Straße ist ein wichtiger Einkaufsstandort für Mettmann-West und für Metzkausen. Im Oktober 2008 wurde das Geschäft aufwändig modernisiert und vergrößert. Die Ladenfläche wurde von bisher 400 auf gut 800 Quadratmeter verdoppelt. "Auch die Mitarbeiterzahl ist fast verdoppelt worden. Von bisher elf Beschäftigten auf nunmehr 21", sagte der Marktleiter damals.

Bei Kaiser's gibt's eine große Frischeabteilung für Obst und Gemüse sowie die Abteilung für Fleisch- und Wurstwaren. Eine Bäckerei wurde damals mit der Neueröffnung des Supermarktes in die Geschäftsräume integriert. Rund 40 Parkplätze stehen den Kunden zur Verfügung. Die Kunden können das Hin und Her der letzten Wochen nicht nachvollziehen. "Die Filiale muss unbedingt erhalten bleiben", sagt Horst Kaymer, der Stammkunde ist. "Das ist nur Geschäftemacherei. Der Profit steht im Vordergrund." Die Hängepartie und die Ungewissheit seien sehr schlimm für die Mitarbeiter. "Die sind sehr freundlich", sagt Kaymer.

Siegfried Heinen, der an der Berliner Straße wohnt, kauft regelmäßig bei Kaiser's ein. "Wenn hier geschlossen würde, müsste ich in die Stadt fahren", sagt er. Kunde Sebastian Bollig glaubt, dass ein anderer Betreiber das Geschäft übernimmt. Ob alle Arbeitsplätze erhalten bleiben, weiß auch er nicht. Werner Maus, der ebenfalls regelmäßig bei Kaiser's einkauft, würde sich Edeka als neuen Betreiber wünschen.

Sollte die Filiale an der Berliner Straße schließen, wäre dies eine Katastrophe, sagt Jutta Bütermann, die seit vielen Jahren ein Lotto- und Totogeschäft gleich nebenan betreibt. "Die Laufkundschaft würde uns fehlen." Auch die Gewerkschaft Verdi ist zum Warten verurteilt: "Wir wissen noch gar nicht, was passiert mit den einzelnen Filialen", sagt Verdi-Gewerkschaftssekretär Nils Böhlke. Daher könnten Maßnahmen nicht besprochen werden.

Quelle: RP
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