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Wülfrath
Kandidatenkür vor Heuballen

Wülfrath: Kandidatenkür vor Heuballen
Bürgermeister-Kandidaten und Vertreter des Ortsverbandes der Landwirte (v.l.): Manfred Hoffmann (SPD), Thorsten Frisch (Landwirt), Thomas Görtz (CDU), Bernd Kneer (Landwirt), Barbara Lorenz-Allendorff (parteilos), Stefan Mrstik (Grüne/WWG) und Dirk Bredtmann (parteilos). FOTO: RPO
Düsseldorf. Bewerber ums Bürgermeisteramt stellen sich den Fragen von Wülfrather Bauern. Miserable Finanzsituation der Stadt sorgt für Gesprächsstoff. Strukturwandel bedroht die Landwirtschaft. Von Florian Tesche

"Das Ambiente hier ist zwar ungewöhnlich, aber es sagt mir zu." Thomas Görtz, Bürgermeisterkandidat der CDU, fand sich in einer Scheune inmitten von Heuballen wieder. Die passende Umgebung, um politische Fragen von Landwirten zu beantworten. Die Ortsgruppe des Bauernverbandes, die Landjugend und die Landfrauen luden zu einer nicht öffentlichen Diskussion mit den Bürgermeisterkandidaten auf das Gut Berg von Peter und Christiane Frisch, Düsseler Straße, ein.

Claudia Panke sagte ab

Neben Görtz kamen Amtsinhaberin Barbara Lorenz-Allendorff (parteilos), Manfred Hoffmann (SPD), Stephan Mrstik (Grüne/WWG) und der parteilose Dirk Bredtmann. Dr. Claudia Panke (Wülfrather Gruppe) musste aus terminlichen Gründen absagen.

Für Gesprächsstoff sorgte vor allem die miserable finanzielle Situation der Stadt. "Wie kam der Schuldenberg zustande?", wurde gefragt. Hoffmann klärte mit dem Beispiel auf, dass in den 70ern und 80ern städtische Immobilien gebaut wurden, die heute horrende Instandhaltungskosten erzeugten. Das Gymnasium, die Hauptschule und das Schwimmbad seien die größten Beispiele. Lorenz-Allendorff bekräftigte, dass dank neuer Energiekonzepte Fördermittel zugesagt wurden, die nun beispielsweise in die Sanierung der Lindenschule investiert werden könnten. "Die Kosten für dieses Gebäude werden nach der Sanierung dann stark sinken, ergo weniger Ausgaben für die Stadt."

Um den Haushalt aufzubessern, hält Görtz weiterhin an der Idee der Veräußerung städtischer Töchter fest. "Das ist nur ein möglicher Weg. Man wird ja wohl darüber nachdenken dürfen", verteidigte er sich. Einigkeit herrschte dagegen über die Förderung regenerativer Energien und Investitionen in die Bildung. "Was unsere Schulen angeht, müssen wir uns nicht verstecken", skandierte die Bürgermeisterin. Und: "Wir leben hier mit der Infrastruktur einer 50 000-Einwohner-Stadt. Das ist vielen gar nicht bewusst!"

Großprojekte kosten Flächen

Bernd Kneer, Vorsitzender des Ortsverbandes der Bauern und Moderator der Diskussion, nannte als Motivation für die Organisation der Gesprächsrunde den Plan der landwirtschaftlichen Nutzflächen. "Immer mehr dieser Flächen fallen Großprojekten zum Opfer", sagte Kneer im Vorfeld des Gesprächs. Der Grund: "Durch den Strukturwandel werden die von Landwirten genutzten Felder immer größer." Deshalb seien mittlerweile viele Flächen nur noch gepachtet, könnten dem Bauern somit auch leichter entzogen werden.

Bernd Kneer bat die Kommunalpolitik hierbei um Unterstützung. Dabei sei auch "eine stärkere Zusammenarbeit von Kommune und Kreis notwendig", wie Kneer forderte.

Quelle: RP
 
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