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Mettmann
Kinderkleidung von einer leidenschaftlichen Schneiderin

Mettmann: Kinderkleidung von einer leidenschaftlichen Schneiderin
Nora Schmitten verkauft bei "Lemi & Lino" auch selbst geschneiderte Kinderbekleidung. FOTO: D. Janicki
Mettmann. Die Nähmaschine schnurrt, Nora Schmitten hat sich über den gestreiften Pullover gebeugt, an dem sie gerade arbeitet. Das Maßband lässig um den Hals geschlungen, schaut sie ab und zu auf, um ihren Laden im Blick zu behalten.

Seit drei Jahren verkauft die Mettmannerin Kinderkleider, im vergangenen April ist sie mit ihrem Laden an die Schwarzbachstraße gezogen. "Durch meine eigenen beiden Kinder habe ich gemerkt, dass so etwas hier in der Stadt fehlt. Nach einem Bummel über den Trödelmarkt sind wir an einem leeren Ladenlokal vorbeigekommen und da hatte ich die Idee, selbst so etwas zu machen", erinnert sich die 30-Jährige an ihren Start in die Selbstständigkeit.

Zunächst wollte sie gebrauchte Kleider verkaufen, doch bei der Recherche im Internet stieß sie auf ein Franchise-System aus München. "Der Gedanke von Familien für Familien hat mit überzeugt." Sie eröffnete eine Filiale, doch nach einem halben Jahr meldete die Mutterfirma Insolvenz an. "Ich stand vor der Frage aufzuhören, habe mich dann aber entschlossen, in Eigenregie weiter zu machen", berichtet Nora Schmitten. Aus Vornamen der Familie entstand der neue Schaufenstertitel Lemi und Lino. Der Laden war als drittes Kind offiziell aufgenommen.

"Anfangs war es nicht einfach, selbst mit den Händlern zu verhandeln und alles zu organisieren, doch die Resonanz war besser, als ich gedacht habe." Beim Einkauf achtet die Mettmannerin auf gute Qualität und möglichst geringe Schadstoffbelastung. "Deshalb nehme ich beispielsweise keinen bedruckten, sondern nur bestickte Sachen. Denn sie halten länger und enthalten keine Weichmacher." Sie führt bewusst auch Marken aus Großbritannien, Dänemark und den Niederlanden, die nicht so gängig sind. Seit einem Jahr entwirft und schneidert sie zusätzlich ihre eigenen Kollektionen. "Das hat mir immer schon Spaß gemacht und die Sachen sind bei den Kunden gefragt", berichtet Nora Schmitten.

Im Sommer hat sie viele Kleidchen, Röcke oder Leggings genäht, Es folgten Pullover für den Herbst. Die Prototypen probiert jeweils ihr fünfjähriger Sohn an. "Wenn es ihm gefällt, ist das schon ein gutes Zeichen." Anschließend entstehen an der Nähmaschine die kleineren und größeren Größen. "Die Kinder lieben die bunten Farben und die Mamis die Individualität", sagt die leidenschaftliche Schneiderin.

Nora Schmitten plant, sich eine Stickmaschine anzuschaffen, um mit Namen, Daten, Tieren oder Blumen kleine Unikate zu schaffen. Sie konzentriert sich in ihrem Laden auf Größen von 50 bis 140. "Denn die Jugendlichen möchten nicht mehr im Kindergeschäft einkaufen. Das sehe ich an meiner 13-jährigen Tochter."

(domi)
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