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Erkrath
Kirchenkreis: Bildung für alle Menschen

Düsseldorf. "Wann ist ein Mensch ein Mensch? - Bildung und Religion für alle", unter diesem Thema stand der Empfang, zu der der Kirchenkreis Düsseldorf Mettmann und die Diakonie ins Paul-Schneider-Haus in Erkrath eingeladen hatten. Anlass dazu war der 450. Todestag des Reformators Philipp Melanchthon, der auch den Ehrentitel "Lehrer Deutschlands" trägt. Bildung sei nicht erst in der heutigen Wissens- und Lerngesellschaft für die Evangelische Kirche ein zentrales Thema, sie sei es bereits seit den Anfängen der Reformation, erinnerte Superintendent Frank Weber. Jeder Christ solle seine Bibel selbst lesen und verstehen, sei das primäre Ziel des reformatischen Aufbruchs gewesen. Von Manfred Müschenig

Melanchthon stehe für das, was man heute Demokratisierung von Bildung nennen würde, betonte dann Landeskirchenrat Eckhard Langner in seinem Referat: "Bildung ist immer Bildung für alle. Kein Kind, kein Jugendlicher, kein Erwachsener darf als bildungsfern oder nicht bildungsfähig verloren gehen. Bildung im evangelischen Sinne richtet sich aus an der Würde eines jeden Menschen als einzigartiges Geschöpf Gottes".

Soziale Verantwortung ist wichtig

Dabei dürfe man Bildung aber nicht allein mit reiner Wissensvermittlung gleichsetzen, hob Langner hervor. Bildung sei vielmehr wie ein Grundnahrungsmittel. Sie diene zunächst der individuellen Entfaltung. "Wir sind von Geburt an mit der Fähigkeit begabt, zu lernen und uns weiterzuentwickeln". Wir seien aber auch soziale Wesen, die sich erst in der Beziehung zu anderen voll entfalten und soziale Verantwortung für das Gemeinwohl entdecken. Bildung diene aber auch der religiösen Entfaltung. "Erst aus der Bindung zu Gott erwächst für den Menschen seine Personenwürde und damit letztlich seine Freiheit", sagte Eckhard Langner.

Bildung brauche aber auch Zeit, betonte der Landeskirchenrat, sie brauche Entschleunigung, forderte er. In der marktwirtschaftlich orientierten Welt werde die Bildung nämlich zwangsläufig auf einen Funktionalismus reduziert. Dabei gebe es in unserer jüdisch-christlichen Tradition doch einen heilsamen Kontrapunkt: Das Gebot der Sabbat-Ruhe. In der Unterbrechung der alltäglichen Geschäftigkeit habe der Mensch die Möglichkeit zu sich selbst zu finden. Solcher Sabbat-Räume für soziales Lernen, für Persönlichkeitsbildung und den Wertediskurs bedürfe es an unseren Schulen, sagte Langner. "An der Bildung entscheidet sich unsere Zukunftsfähigkeit", war die These, die das Referat bestimmte.

Quelle: RP
 
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