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Mettmann
Kita-Managerin hat Impulse gesetzt

Mettmann: Kita-Managerin hat Impulse gesetzt
Sigrid Haar (r.), hier in der Eichhörnchengruppe, war über 40 Jahre als Erzieherin tätig und geht in den Ruhestand. "Es war eine spannende Zeit", sagt sie. Ihre Nachfolgerin ist Jutta Kuhn (l.) FOTO: Dietrich Janicki
Mettmann. Sigrid Haar, Leiterin des Familienzentrums an der Händelstraße in Süd, freut sich auf die Zeit nach dem Berufsleben. Von Christoph Zacharias

Nach 18-jähriger Tätigkeit als Leiterin des Familienzentrums Händelstraße geht Sigrid Haar (63) am 1. Februar in den Ruhestand. Doch die Schlüsselübergabe erfolgt bereits am 11. Dezember. Nachfolgerin wird Jutta Kuhn (54), die seit dem 1. November mit Sigrid Haar in der Kita Händelstraße gemeinsam arbeitet und die Zeit als "Einführungsphase" nutzt.

Sigrid Haar hat die Kita in einer schwierigen Zeit geleitet und viele neue Impulse gesetzt. Breispiel: Als die gebürtige Schwäbin 1998 die Leitung übernahm, gab es 160 Ü-3-Plätze (Kinder über drei Jahre) in sieben Gruppen. Die meisten Kinder blieben bis Mittag, nur 40 nutzen das Tagesstätten-Platzangebot (also bis zum Nachmittag). Es gab 17 Erzieherinnen und eine hauswirtschaftliche Mitarbeiterin. Im Laufe der Jahre änderten sich die Betreuungswünsche und -zeiten erheblich. Heute verfügt die Kita ebenfalls über 160 Plätze in acht Gruppen, allerdings bleiben 128 Kinder über Mittag (rund 90 Tagesstättenplätze und 40 Plätze bis 14 Uhr). Das bedeutet: Die Kleinen bleiben länger im Kindergarten. Der Grund: Eltern sind beide berufstätig, Oma und Opa wohnen nicht mehr in der derselben Stadt.

Längere Betreuungszeiten bedeuten auch mehr Personal: 30 pädagogische Kräfte der Kita stehen derzeit auf der Gehaltsliste der Stadt Mettmann, hinzukommen drei hauswirtschaftliche Mitarbeiter. Als 1998 eine privat-gewerbliche Kita in Mettmann ihre Pforten schloss, musste binnen sehr kurzer Zeit eine Betreuungseinrichtung für 20 Kleinkinder (unter drei Jahre) gesucht und gefunden werden. Dies war der Startschuss für die neue "Kleine altersgemischte Gruppe" mit U-3-Plätzen in der Händelstraße. 2000 und 2008 gab es sogenannte "Notprogramme" in der Kreisstadt. Hindergrund: Zunächst galt es, den Rechtsanspruch für die älteren Kinder auf einen Kita-Platz zu erfüllen (über drei Jahre). Es wurden zusätzliche Gruppen gebildet, neue Kitas öffneten ihre Pforten. Acht Jahre später standen die Kleinkinder und ihr Rechtsanspruch auf der Agenda. Diesen Anspruch auf einen Platz zu erfüllen, gestaltete sich schwieriger. Denn: Es mussten zahlreiche Um- und Erweiterungsbauten "gestemmt" werden. In der Händelstraße wurden Nebenräume und Kleinkinder-Sanitärbereiche gebaut. Die Häuser wurden verbunden, das Außengelände neu gestaltet. Der Erfolg zahlte sich aus: Mehrfach wurde die Kita als Familienzentrum zertifiziert.

Sigrid Haar hat diese Entwicklungen begleitet und zusammen mit ihrem Team umgesetzt. Der Abschied fällt ihr nicht leicht, doch die freut sich auf "mehr Zeit". Über 40 Jahre war die Diplom-Sozialpädagogin und Erzieherin tätig. "Der Beruf ist großartig, weil er mit Kindern zu tun hat", sagt sie. Am 9. Dezember wird sie sich von allen Eltern verabschieden, sie wird mit "ihren Kindern" (gruppenweise) frühstücken und mit dem Team essen gehen. Also ein Abschied in Abschnitten. Wer Sigrid Haar kennt, weiß, dass es kein einfacher Abschied wird.

Quelle: RP
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