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Mettmann
Kreative bilden die Tour de France ab

Mettmann: Kreative bilden die Tour de France ab
Martina Chardin präsentiert ihr Werk bei der Ausstellung im Mettmanner Kunsthaus. Sie ist seit Jahren als Fotokünstlerin unterwegs. FOTO: Schümmelfeder
Mettmann. Derzeit läuft eine Ausstellung zum Thema Rad im Mettmanner Kunsthaus. Eine Jury ermittelt die Preisträger. Von Sabine Maguire

Das Thema "Tour" war naheliegend. Auch für die MEopenArt, die noch im Vorfeld des Grand Depart ihre Türen öffnete. Themenausstellungen sah man im Kunsthaus bislang nicht allzu oft. Sich beim künstlerischen Tun auf etwas festlegen zu müssen, kann einengend sein. Das scheint es jedoch für die 18 Kreativen nicht gewesen zu sein, die dort derzeit insgesamt 35 Werke ausstellen. Zuvor hatte eine Jury eine Auswahl getroffen und die wiederum zeigt nun die vielen Facetten des Radsports. Dass das Verhältnis von Kunst und Sport kein ungetrübtes ist, ließ Laudator Berthold Becker nicht unerwähnt. "Kunst sah sich immer als kritische Instanz und Distanz zu den vermeintlichen Leistungs- und Perfektionsansprüchen des Sports", so der stellvertretende Bürgermeister.

Gemeint seien dabei unter anderem Themen wie Dopingmissbrauch, und eine völlig abgehobene Kommerzialisierung, die heutzutage eine wesentliche Basis aktueller Kulturkritik seien. Vor diesem Hintergrund verdiene die Auseinandersetzung der MEopenArt mit der Tour de France besonderen Respekt. Zur Vernissage konnten gleich auch schon die drei Jury-Preisträger präsentiert werden.

Allen voran Martina Chardin, die zuvor mit ihrem Composing augenscheinlich die Expertenrunde überzeugt hatte. Schwarz-Weiß-Fotografie scheint inmitten einer zuweilen reizüberflutenden Fülle von aufgeregter Buntheit wieder im Trend zu liegen. Dazu wirkt die Bildcollage auch noch wie aus der Zeit gefallen inmitten eines wahrnehmbaren Kontrastes von Stille und Beschleunigung. Ein Fahrrad und zwei auf der Straße sitzende Kinder als Hommage an die 1950er Jahre - und mittendrin rauschen Radsportler durchs Bild: Eine gelungene Gratwanderung, die mit einem Augenzwinkern die sich überlappenden Grenzen von Wirklichkeit und Scheinwelt aufzeigt.

Nahe am realen Geschehen blieb hingegen Rüdiger Heidenreich aus Mettmann mit seinem aus Sperrholz gesägtem Rad, das übrigens für die Regiobahn vervielfacht und an der Brücke zum Neandertal aufgehängt wurde. "Die Idee war naheliegend und deshalb schnell da", spricht der Künstler über seine Installation, für die er den 2. Preis der Jury bekam. Ebenfalls ausgezeichnet wurde Ute Schäfer mit ihrem fotografischen Werk "Über Stock und Stein".

Auf das sich im Regenwasser der Pfützen spiegelnde Bein eines Radfahrers hatte sie lange warten müssen. Ein Augenblick, aufs Foto gebannt: Das ist etwas, das sich üblicherweise der Wahrnehmung entzieht.

Die jurierte Kunstausstellung "Fahr_Rad_Sport" ist noch bis zum 16. Juli samstags von 11 bis 15 Uhr und sonntags von 14 bis 18 Uhr im Kunsthaus zu sehen.

Anlässlich der Finissage soll noch der Publikumspreisträger vorgestellt werden.

Quelle: RP
 
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