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Kreis Mettmann
Kreispolizei zeigt Unfallgefahren auf

Kreis Mettmann. Die Polizei startet eine Kampagne zur Verkehrssicherheit in allen Städten des Kreises Mettmann. Von Stephan Meisel

Lukas (13) liegt seitlich auf dem Asphalt, sein Fahrrad ebenso. Die Polizei hat den Abschnitt der Straße Auf dem Sändchen in Langenfeld gesperrt und markiert die Umrisse des Unfalls mit gelber Sprühfarbe auf dem Boden - eines Unfalls, den es nicht gegeben hat und der nach den Worten von Thomas Decken auch nicht passieren soll.

"Jeder Autofahrer, der über diese Markierung fahren wird, soll überlegen, was hier wohl Schlimmes passiert ist", erklärt der Chef der Verkehrsdirektion der Kreispolizei. "Er wird sich fragen, ob es was mit der nahen Schule zu tun hat und wie er sich selber als Verursacher fühlen würde." Gemeinsam mit Landrat Thomas Hendele und Siebtklässlern des Konrad-Adenauer-Gymnasiums (KAG) startete die Polizei eine Sicherheitskampagne mit dem Titel "Schütz Dich!".

12 757 Verkehrsunfälle trugen sich der Polizeistatistik zufolge 2014 im Kreisgebiet zu. Nur ein Fünftel der Beteiligten gehört nach Deckens Angaben einer der Zielgruppen an, auf die sich die polizeilichen Vorbeugungskonzepte der letzten Jahre konzentrieren: also Kinder, Jugendliche und Senioren, beziehungsweise Radfahrer oder Fußgänger. "Die meisten Unfallbeteiligten sind zwischen 22 und 64 Jahre alt und fahren mit dem Auto. Deswegen muss eine neue Präventionsarbeit auf der Straße stattfinden." Eine Gefahrenquelle besteht nach Deckens Worten darin, dass sich Autofahrer am Steuer ablenken lassen: "Sie greifen zum Smartphone, telefonieren, lesen Kurzmeldungen oder tippen Texte ein." Auch der Griff nach Zigaretten, Snack, Getränk oder CD, laute Musik, der Blick auf Navi oder DVD-Bildschirm sowie Störungen durch Mitfahrer oder Hunde lenken Autofahrer ab. "Bei Tempo 50 legt der Wagen in einer Sekunde 15 Meter zurück. Ist der Fahrer mehrere Sekunden lang nicht bei der Sache, dann ist die Strecke um ein Vielfaches länger." Nach Thomas Hendeles Worten soll die neue Kampagne mit dem Plakattext "Ein Verkehrstoter, viele Unfallopfer" darauf hinweisen, dass neben den Beteiligten, auch Angehörige leiden oder sogar um einen Toten trauern.

Zum Start der Sicherheitskampagne wählte die Polizei nach Deckens Angaben Langenfeld aus, weil die Stadt innerhalb des Kreises Mettmann als Unfallhochburg gilt. Mit 1722 Zusammenstößen im vergangenen Jahr rage Langenfeld im Verhältnis zur Einwohnerzahl negativ heraus.

Die Langenfelder Stelle Auf dem Sändchen hatte der städtische Verkehrsplaner Franz Frank für die Aktion vorgeschlagen. "Sie ist zwar kein Unfallschwerpunkt, aber es gibt dort immer wieder knifflige Situationen." Nach Unterrichtsschluss überqueren die radelnden Gymnasiasten die Fahrbahn im Pulk an der Stelle, an der noch mehrere Wochen lang Lukas' Umrisse zu erkennen sein werden.

Auch der Langenfelder Klimaschutz-Koordinator Jens Hecker ist in die Aktion einbezogen. "Sie knüpft ans Langenfelder Fahrrad-Jahr 2014 gut an. Je sicherer das Radfahren wird, umso mehr Langenfelder bekommen wir aufs Rad."

Quelle: RP
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