| 00.00 Uhr

Kreis Mettmann/Ennepe-Ruhr-Kreis
Kripo sucht den Mörder: Fall Özdemir bei Aktenzeichen XY

Kreis Mettmann/Ennepe-Ruhr-Kreis: Kripo sucht den Mörder: Fall Özdemir bei Aktenzeichen XY
Der getötete Resat Özdemir aus Velbert mit seinen Kindern. FOTO: polizei
Kreis Mettmann/Ennepe-Ruhr-Kreis. Als die Ermittler der Kriminalpolizei noch in der Nacht des 8. Oktober 2016 und an den Folgetagen die Stelle in Hattingen-Blankenstein aufsuchten, an dem ein menschlicher Schädel gefunden worden war, ahnte niemand, dass ein mehrjähriger Vermisstenfall aus Velbert ein Ende und Ermittlungen zu einem Tötungsdelikt ihren Anfang nehmen würden.

Es handelte sich um die sterblichen Überreste von Resat Özdemir, der einen Verbrechen zum Opfer gefallen war. Die Mordkommission wendet sich nun mit Hilfe der Sendung "Aktenzeichen XY ... ungelöst" an die Öffentlichkeit. Der Fall des getöteten Resat Özdemir aus Velbert wird am Mittwoch, 9. August, um 20.15 Uhr im ZDF ausgestrahlt. Die Ermittlungen der Hagener Kripo lieferten unter anderem die folgenden Erkenntnisse:

Am 8. Oktober 2016 fanden zwei Personen in Hattingen-Blankenstein/Ennepe-Ruhr-Kreis im Bereich des Naturschutzgebietes Katzenstein einen menschlichen Schädel. Bei einer weiteren Suche in dem teils schwer zugänglichen Gebiet wurden weitere Knochen sowie ein stark verwittertes Mäppchen mit persönlichen Dokumenten von Resat Özdemir gefunden. Erste Ermittlungen zeigten, dass Resat Özdemir im Jahr 2012 vermisst gemeldet worden war. Er hatte die Wohnung seiner Familie in Velbert, Uhlandstraße, am 5. April 2012 gegen 19 Uhr verlassen, um sich mit einem Bekannten ein Geschäft in Gelsenkirchen anzuschauen. Sein Handy war zuletzt am gleichen Abend in Bochum aktiv, danach fehlte von Resat Özdemir jede Spur.

Bereits 2012 bestand der Verdacht eines Tötungsdeliktes. Es gab keinen nachvollziehbaren Grund, warum er seine Frau und zwei kleine Kinder im Stich gelassen haben sollte. Das Opfer hatte zum Teil große Summen Bargeld gegen hohe Zinsen verliehen. Obwohl er ein bescheidenes Leben führte, war er in seinem Umfeld als privater Geldgeber bekannt. Die Herkunft dieses Bargeldes blieb unklar. Bei einer umfangreichen Suche konnte am 12. Oktober 2016 in der Nähe des Schädels ein Erdgrab gefunden werden. Darin lagen große Teile des fehlenden Skeletts. "Wir suchten den Bereich mit Unterstützung der Diensthundeführer ab. Angeführt von den Leichenspürhunden fanden wir zunächst persönliche Dokumente, dann einen weiteren Schädelknochen und schließlich waren dort merkwürdige Vertiefungen im Gelände, alte Absackungen, aber sie passten dort irgendwie nicht hin", so erinnert sich Kriminalhauptkommissar Martin Tomann. Die Ermittlungen übernahm die Mordkommission der Polizei in Hagen.

Die Knochen konnten dem Vermissten mittels DNA-Analyse zugeordnet werden. "Resat Özdemir wurde von zu Hause weggelockt und noch am gleichen Tag getötet. Die Leiche wurde zum späteren Auffindeort transportiert und dort vergraben. Das wird nicht einer alleine gemacht haben und hat mit Sicherheit mit seinen Geldgeschäften zu tun", so Tobias Puspas, Leiter der zuständigen Mordkommission der Polizei Hagen.

Durch die weitere Öffentlichkeitsfahndung wird nach Zeugen gesucht. Neben eigenen Beobachtungen könnte es sich auch um Zeugen handeln, gegenüber denen Mittäter oder andere Personen tatrelevante Angaben gemacht haben. Die Staatsanwaltschaft hat für Hinweise eine Belohnung in Höhe von 5000 Euro ausgelobt. Hinweise an die Polizei Hagen, Mordkommission Blankenstein, Telefon 02331 986-2066.

Quelle: RP