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Mettmann
Kritik: VHS mit Raumplan unzufrieden

Mettmann. Die Stadt Mettmann hat vor, die Ordnungsbehörde, die bisher im Rathaus ihre Diensträume hatte, in die Musikschule an der Düsseldorfer Straße auszulagern. "Allein durch die vielfältigen Aufgaben im Zusammenhang mit den Flüchtlingen benötigen wir mehr Personal. Dafür ist im Rathaus kein Platz mehr", sagt Erster Beigeordneter Dietrich Stang. Durch den Umzug an die Düsseldorfer Straße fallen drei Unterrichtsräume weg, die bislang von der Volkshochschule genutzt werden. Im Gegenzug soll die VHS ab Herbst einen Containerbau an der Anne-Frank-Hauptschule nutzen. Dort stehen vier Klassenräume zur Verfügung.

Doris Gay-Wischnewski, Sprecherin der Dozenten, hat sich in der VHS-Verbandsversammlung klar gegen einen Umzug ausgesprochen. "Wir verlieren durch den Umzug die einzigen barrierefreien Räume. Wir sind sicher, dass ältere und gehbehinderte Teilnehmer nicht mehr am Bildungsangebot der VHS teilnehmen können." Und: Das Gebäude und die Klassenzimmer machten einen ungepflegten Eindruck. Die Teilnehmer müssten zudem durch einen düsteren Hinterhof zum Gebäude gehen, Parkplätze in der Umgebung seien kaum vorhanden.

Ähnlich äußert sich die Fraktion Piraten/Linke im Mettmanner Rat. "Inakzeptabel und zu wenig durchdacht", kommentiert die Fraktionsvorsitzende Ria Garcia dieses Vorgehen der Verwaltung. "Menschen mit Handycap und Senioren werden diskriminiert und von Weiterbildungsmöglichkeiten ausgeschlossen." Die Integrationskurse für Flüchtlinge seien zudem gefährdet, sagt Doris Gay-Wischnewski. Wenn das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge der Meinung sei, dass die Räume in der Hauptschule ungeeignet seien, dann fließe auch kein Geld mehr. Ute Piegeler, Fachbereichsleiterin der Verwaltung, wehrt sich gegen die Vorwürfe. Es sei als Zugang für die unteren Klassenräume nur eine kleine Stufe vorhanden, die mit einer Rampe überbrückt werden könnte. "Wir sind an der Anne-Frank-Schule nicht in der Bronx gelandet. In dem Gebäude sind jahrelang Schüler, zuletzt die 10. Klasse, unterrichtet worden." Sicherlich müssten an dem Container notwendige und längst überfällige Renovierungsarbeiten vorgenommen werden. Dann sei das Gebäude aber in Ordnung.

In der VHS-Verbandsversammlung wurde beschlossen, die Teilnehmerbeiträge für VHS-Kurse von 6 auf 10 Euro anzuheben. Für einen Bildungsabschluss müssen künftig 60 statt bisher 35 Euro pro Semester gezahlt werden.

(cz)
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