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Mettmann
"Kunst im Tal" ist vor allem Frauensache

Mettmann: "Kunst im Tal" ist vor allem Frauensache
Die Teilnehmer des Malkurses von Nicole Schwerdtfeger (sitzend, rechts) stellen im Offenen Atelier am Nösenberg aus. FOTO: Dietrich Janicki
Mettmann. Die Künstlerinnen stellten am Wochenende ihre Werke aus den Jahreskursen im ehemaligen Hofladen am Nösenberg aus. Der einzige Mann der Gruppe war leider gesundheitlich verhindert. Von Rabea Gruber

Mitten zwischen Feldern und Weiden hat Nicole Schwerdtfeger einen Ort geschaffen, der ganz der "Kunst im Tal" gewidmet ist. In ihrem Atelier kommen Künstlerinnen und Künstler zusammen, um gemeinsam zu malen, sich auszutauschen und über Kunst zu sprechen. Am Wochenende fand nun die Ausstellung der Jahreskurse statt. Dazu hatte jede der elf Künstlerinnen ein Werk zur Verfügung gestellt - der aktuell einzige Mann in der Runde musste aus gesundheitlichen Gründen absagen.

"Eigentlich sind uns aber auch Männer hier herzlich willkommen", sagte Schwerdtfeger, die den alten Hofladen am Nösenberg vor zwei Jahren in einen Arbeits- und Ausstellungsraum umwandelte. Im fast vollständig verglasten Obergeschoss kommt die Inspiration wortwörtlich von allen Seiten; aus Sicht der Kursteilnehmer die optimale Umgebung, um Kunst zu schaffen. In diesem Jahr drehte sich bei den Treffen alles um das Thema "Wesen", wobei dieser Begriff vielschichtig verstanden werden will. "Gemeint ist das Wesen der Farben und Techniken, aber auch das Wesen der Lebendigkeit und des Menschen an sich", erklärte Schwerdtfeger.

Entsprechend vielseitig sind die Werke der Künstlerinnen. "Den eigenen Weg und die Positionierung der eigenen Kunst zu finden, ist ein wichtiger Teil des Kurses", berichtete Heike Richter. Nicole Schwerdtfeger will in diesem Entwicklungsprozess eine Stütze sein, lenkt den Blick der Teilnehmer bewusst auf eigene Stärken und den individuellen Stil. "Ich bin jetzt im ersten Jahr bei dem Kurs dabei und oft sehr selbstkritisch. Nicole motiviert uns und schärft den Blick für die eigene Kunst", erzählte Gisela Schreiner. Einige Malerinnen sind dagegen schon seit vielen Jahren dabei. Brigitte Verlande etwa malt seit 20 Jahren, davon mehrere in der Gruppe von Nicole Schwerdtfeger. "Die Dynamik innerhalb der Gruppe hier ist faszinierend", sagte sie. Die Entwicklung der künstlerischen Handschrift und der Persönlichkeit flössen zusammen, das betonte auch Ulrike Overbeck.

Die Teilnehmer sollen bewusst nicht still hinter der eigenen Leinwand bleiben, sondern sich auch über Techniken und Kunstverständnis austauschen können. "Sehen zu lernen ist das Wichtigste in der Malerei", so Schwerdtfeger. Für die Ausstellung hatten sie sich nun ein besonderes Projekt vorgenommen: Silvia Euler, Heike Richter, Steffi Stennes, Gisela Schreiner, Brigitte Reinshagen, Lilo Bombitzki, Birgit Kalke, Anke Krick, Gisela Steinfelsner, Ulrike Overbeck und Brigitte Verlande erarbeiteten zusammen ein Bild, das zugunsten des Kinderhospizes Regenbogenland versteigert wurde. Die Besucher bekamen so auch Einblick in den künstlerischen Prozess.

Quelle: RP
 
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