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Mettmann
Kunstmeile überrascht Besucher

Mettmann: Kunstmeile überrascht Besucher
Ist ja ein dicker Hund! Vor dem Königshof-Center staunte dieses Kind nicht schlecht. Wegen der angekündigten Gewitter hatte einige Künstler Angst um ihre Werke und blieben lieber zu Hause. FOTO: Achim Blazy
Mettmann. Eingehend schaut sich Sigrid Dähler die abstrakte Acrylkunst auf Leinwand an und nickt anerkennend. Die Wuppertalerin schlendert zum ersten Mal über die Mettmanner Kunstmeile. Von Dominique Schroller

"Meine Tochter hat mir empfohlen, herzukommen. Da ich selbst male, schaue ich allerdings ein wenig anders. In erster Linie bin ich neugierig, was andere so machen und habe schon viele schöne Sachen gesehen, die mit Liebe gemacht sind. Es macht richtig viel Freude, das anzuschauen."

Die Kombination mit dem verkaufsoffenen Sonntag kam gut. In der Innenstadt war gestern viel los. FOTO: Blazy, Achim (abz)

Unter weißen Pavilliondächern haben die Künstler ihre Werke entlang der Straße Am Königshof ausgestellt. Aufgrund der Baustelle auf Mühlen- und Freiheitstraße konnte sie diesmal keine Brücke zwischen Kö-Galerie und Weinsommer schlagen. "Wir mussten im Vorfeld auch eine Auswahl treffen und nun sind viele Aussteller mit Blick auf die Wetterlage nicht angereist", berichtet Organisatorin Lydia König. "Einige haben gestern aufgrund von Kreislaufproblemen abgesagt, andere hatten wegen der angekündigten Gewitter Sorge um ihre Werke und einige sind einfach nicht gekommen." Die Stimmung sei dennoch gut und die Vielfalt groß. "Wir bieten diesmal eine kleinere Meile aber mit der ganzen Bandbreite", betont Lydia König. Sie freut sich besonders darüber, dass zu Beginn bereits einige Besucher ganz gezielt gekommen sind, obwohl die Geschäfte noch geschlossen haben.

Veronika Stump interessiert sich besonders für Malerei. "Die Bilder schaue ich mir besonders gerne an. Die vielen verschiedenen Stilrichtungen gefallen mir." Für das heimische Wohnzimmer hat sie bisher noch nichts entdeckt. "Allerdings bin ich auch eben erst gekommen." Marion Mohners könnte sich dagegen das großformatige Gemälde mit den bunten Tulpen gut an ihrer Wand vorstellen. "Leider kann ich es mir nicht leisten." Die vielen Farben und Techniken beeindrucken sie dennoch. "Ich bewundere Menschen, die so etwas können."

Mit modischen Ketten aus bunten Steinen hat Susi Gerber ihren Stand dekoriert. "Das sind alles handgemachte Unikate. Dafür verwende ich ausgefallene Materialien wie Holz, Halbedelsteine und Kristalle. Manche Steine stammen aus Kuba und Java. Das ist schon etwas Besonderes", sagt die Künstlerin aus Metzkausen. Sie würde sich allerdings noch etwas mehr Kundschaft wünschen. "Die Resonanz ist noch nicht so groß."

Die meisten kämen wohl erst, wenn die Geschäfte öffneten, vermutet Heidrun Eschweiler. Die Mettmanner Keramikkünstlerin genießt die Ausstellung vor der Haustür besonders, weil sie viele Bekannte trifft. "Fast jeder, der mich kennt, kommt vorbei. Manche Leute habe ich lange nicht gesehen." Ihr Repertoire reicht von Perlen bis zu großen Gartenskulpturen. "Auf die Idee bin ich mal gekommen, weil es bei mir hinten im Garten nur grün war und dann ist das weiter gewachsen.", sagt sie mit Blick auf ihre bunten Objekte.

Mohammed Assila schätzt die Meile als Kommunikationsbörse. "Sie schafft eine Plattform, auf der sich Künstler und Besucher, aber auch die Künstler austauschen können. Alle sind Teil einer Gemeinschaft und das gefällt mir." Vera Sistig macht Besucher neugierig, weil sie mit der Airbrush-Technik ein neues Werk entstehen lässt. "Ich bin es gewöhnt, öffentlich zu arbeiten", sagt die Künstlerin. Sie möchte mit dem Sprühkopf die Persönlichkeit der Menschen einfangen und Tiere möglichst lebendig wirken lassen. "So stechen sie wirklich heraus."

Quelle: RP
 
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