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Mettmann
Kunstwerke aus der Artothek werden versteigert

Mettmann: Kunstwerke aus der Artothek werden versteigert
Das Kunsthaus Mettmann versteigerte Bilder aus seiner Artothek, wie hier von Hannah Frasch-Melnik. FOTO: dj-
Mettmann. Vor knapp drei Wochen ist die überragende Ausstellung im Kunsthaus an der Mittelstraße erst zu Ende gegangen und schon wieder hat die rührige Vorsitzende, Sabine Brock, mit ihren Helfern ein neues Projekt gestartet: Die Kunstwerke der hauseigenen Artothek werden zunächst in einer Ausstellung präsentiert und anschließend in die Versteigerung gegeben.

Niemand trennt sich gerne von Kunst, manche halten es gar für Blasphemie, aber es gibt auch gute Gründe, einen über zig Jahre gesammelten Bestand einmal auszudünnen.

Da ist als erstes das Platzproblem. Über 70 Werke umfassen die Kunstwerke der Artothek mittlerweile und das Kunsthaus will seine gerade errungene räumliche Großzügigkeit nicht zugunsten eines Lagerraumes einengen. Zweitens gibt es wie überall auch ein Finanzproblem. Der Umzug von der Lohstraße und die damit verbundenen Kosten sind für den gemeinnützigen Verein eine Herausforderung, der sich Brock mit Überzeugung stellt.

Beim Rundgang durch das geschichtsträchtige Domizil des Kunsthauses wurden Erinnerungen wach. All die Künstler, deren Werke zu sehen waren, haben z.T. vor vielen Jahren im Kunsthaus ausgestellt und als Dank für die engagierte Vorbereitung und Durchführung eines ihrer Werke für die Artothek gestiftet. Dabei stößt man auf so bekannte Namen aus der Mettmanner Kunstszene wie Margarete Müller- Teschke, Ulrike Siebel, Lothar Weuthen, die auch heute noch präsent sind, aber auch Tatjana Mihailova oder Nadja Nafe, Absolventen der Kunstakademie Düsseldorf, die sich mittlerweile international einen Namen gemacht haben.

Hier ist durch die so unterschiedlichen Epochen und Stilrichtungen eine Ausstellung zu bewundern, die nicht alltäglich ist. Der berühmte rote Faden macht hier einfach einige Schlaufen, die im wahrsten Sinne des Wortes einmalig sind und Zeitgeschichte erzählen.

Vorübergehend werden die Werke in der Stadtbibliothek gelagert und können dort jeden ersten Montag im Monat besichtigt und ausgeliehen werden. Das Ehepaar Riehl macht seit Jahren davon Gebrauch: alle drei Monate verändern sie ihr Wohnzimmer und wollen mit ihrer Kunstliebhaberei die Artothek und auch das Kunsthaus unterstützen. Ein löbliches Unterfangen.

(eise)
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