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Erkrath
Lastwagen unter Kontrolle
Erkrath: Lastwagen unter Kontrolle
Fahrlehrer Dieter Messinger (l.) erklärt Vladimir Gejnc, wie beim Lastwagen die Scheinwerfer-Birnen ausgewechselt werden. Den theoretischen Teil seines Lehrgangs hat Gejnc hinter sich, jetzt ist er im Praktikum. FOTO: RPO
Düsseldorf. Vor jeder Tour werden Bremsen, Anhängerkupplung, Batterie und Reifen des 25-Tonners unter die Lupe genommen. Das Berufsfortbildungswerk macht Fahrer fit für einen gefragten Job. Von Manfred Müschenig

Hoch schlagen die Flammen auf dem Parkplatz vor den Schulungsräumen des bfw (Unternehmen für Bildung) an der Schimmelbuschstraße in Hochdahl. Doch keine Sorge, hier ist kein Experiment daneben gegangen. Unter dem Motto „Wir entfachen das Bildungsfeuer“ stellt das bfw sein Lehrgangsangebot vor und dazu gehört auch der Aspekt Gefahrenabwehr. Bernhard Kannenberg demonstriert lediglich, wie so ein Brand schnell unter Kontrolle zu bringen ist.

Lkw-Fahrer werden gesucht

Nur wenige Meter entfernt steht der neue 25-Tonner der Hildener Fahrschule Messinger, die bei der Lkw-Schulung mit dem bfw kooperiert. Inhaber Dieter Messinger macht gerade mit Vladimir Gejnc eine Abfahrkontrolle, die jeweils vor einer Tour absolviert werden sollte. Gejnc überprüft, ob die Reifen in Ordnung sind, ob es überhaupt die für den Wagen zulässigen Pneus sind. Er kontrolliert den Säurestand der Batterie, prüft, ob die Kabel fest sitzen, schaut nach dem Zustand der Anhängerkupplung und überprüft die Druckluftbremsanlage. Gejnc hat den theoretischen Teil des Lehrgangs schon hinter sich, befindet sich derzeit im Praktikum und ist zuversichtlich, dass er anschließend gleich einen Job finden wird. „Lkw-Fahrer werden laufend gesucht“, weiß er vom Studium des Stellenmarktes.

Diese Erfahrung hat auch Claudia Gernand, Leiterin der Hochdahler Bildungsstätte, gemacht. Von der ersten Zehner-Gruppe, die im Januar den Kurs zur neuen Berufskraftfahrer-Qualifizierung begonnen haben, hätten neun bereits einen festen Job, berichtet sie. Der zweite Lehrgang sei im Moment im Praktikum (nach vier Monaten Theorie folgen zwei Monate Praxis), und auch hier hätten einige Teilnehmer Aussicht auf eine feste Stelle. Für den nächsten Kurs ab 6. Oktober sind noch Plätze frei. Gernand sieht es positiv, dass die EU den Berufskraftfahrern in Zukunft weitere Qualifizierungen abverlangt. Und das nicht nur, weil sie mit Vorbereitungskursen auf die IHK-Prüfung das bfw-Schulungsprogramm ausweiten konnte, sondern auch wegen der vielen Lkw-Unfälle, von denen man immer öfter höre. Die Lehrgänge seien ein wichtiger Beitrag, das Unfallrisiko der Berufskraftfahrer zu mindern.

Derweil dreht am Ende des Parkplatzes unter den aufmerksamen Blicken von Horst Moche ein junger Mann in einem Gabelstapler ein paar Runden. Und walzt prompt mit einem Rad einen der Pylonen nieder. „Er sitzt erst das zweite Mal am Steuer“, erläutert Moche, „da muss ich wohl noch viel helfen. Es ist schwierig, den Teilnehmern beizubringen, dass sie mit Links lenken und mit Rechts die Hebel bedienen müssen“.

Nur eine Testfahrt

Gut, dass es sich nur um einen Übungsparcours handelt, sonst wären bereits einige Paletten bei der Testfahrt zu Bruch gegangen. Aber Übung macht den Meister, und auch die Staplerfahrer, die beim bfw ihren Schein machen, hätten gute Chancen auf feste Arbeitsplätze, berichtet Claudia Gernand.

Die Unternehmen schätzen besonders, dass bei der Ausbildung auch Grundlagen zum Lagerwesen vermittelt werden.

Quelle: RP
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