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Rp-Serie Was Macht Eigentlich (2)
Lesniak - immer noch am Ball

Rp-Serie Was Macht Eigentlich (2): Lesniak - immer noch am Ball
FOTO: Matzerath, Ralph (rm-)
Mettmann. Der Fußball-Profi ist nach vielen Stationen in der Region mit sich im Reinen. Von Michael Deutzmann

LANGENFELD Er hat als Fußballer viel erlebt und viel erreicht. In den Vordergrund drängen? Den Lautsprecher geben? Das war noch nie etwas, womit Marek Lesniak (51) viel anfangen

konnte. Als er mit 24 Jahren seine polnische Heimat verließ und 1988 von Pogon Stettin zum Bundesligisten Bayer Leverkusen wechselte, bereicherte er die höchste deutsche Spielklasse trotzdem - durch seine ehrliche Art, Fußball zu spielen. Lesniak war immer der Typ Arbeiter, der alles gab und auf dem Boden der Tatsachen blieb. In Leverkusen hatten sie ihn ganz besonders am 21. Oktober 1989 in ihr Herz geschlossen. Da spielte Bayer bei den Bayern und gewann durch den Lesniak-Treffer in München mit 1:0. Lesniak bestritt für Bayer über 100 Erstliga-Spiele, ehe er 1992 zur SG Wattenscheid 09 wechselte (damals ebenfalls Bundesliga).

Als Profi war Lesniak nach Umwegen über 1860 München, KFC Uerdingen, Neuchatel (Schweiz) und Bayer Uerdingen auch über 50 Zweitligaspiele für Fortuna Düsseldorf im Einsatz. Preußen Münster und die SSVg. Velbert, Hilden-Nord und Ratingen 04/19 hängte er als Stationen dran. Manchmal stellte sich Lesniak selbst im fortschreitenden Fußballer-Alter als Spieler in den Dienst der Mannschaft, ehe er den Fokus zunehmend auf die Trainer-Arbeit legte. Hier fand er über Velbert und Wattenscheid den Weg zum damaligen Landesligisten TuSpo Richrath. Daraus entwickelte sich zunehmend ein unwürdiges Geschachere, an dessen Ende der Ex-Profi Lesniak mit in einer Plastik-Tüte verpackten Weinflaschen verabschiedet wurde. Die Richrather Zeit war dazu geeignet, dem Fußball-Verrückten gründlich den Spaß an seinem Sport zu verderben.

Ganz typisch: Dazu äußert sich Marek Lesniak heute am liebsten gar nicht mehr: "Es war ja nicht alles schlecht und ich habe viele neue Leute kennengelernt. Das ist abgehakt." Rund ein halbes Jahr lang klinkte sich Lesniak trotzdem aus, ehe er beim FV Wiehl im Oberbergischen eine neue sportliche Bleibe fand. Der Verein beschäftigte den Coach als Co-Trainer der Landesliga-Mannschaft und der A-Junioren. Vor Kurzem klingelte dann bei Marek Lesniak, der jetzt in Wiehl lebt, das Telefon. Am anderen Ende der Leitung waren die Verantwortlichen der SpVg. Olpe, die einen Nachfolger für ihren trotz des Aufstiegs aus der Landesliga in die Westfalenliga zurückgetretenen Coach Ottmar Griffel brauchten. Viele Gespräche waren nicht erforderlich bis zur Einigung mit dem Ex-Profi. "Darüber freue ich mich sehr", betont Lesniak, dessen Humor ansteckt: "Ich glaube, Trainer bei Bayern München werde ich nicht mehr." Noch mehr als die sportliche Veränderung freut ihn vermutlich, dass er demnächst Doppel-Großvater wird. Dafür sind seine Kinder verantwortlich, die einen ganz wichtigen Platz in seinem Leben einnehmen: "Unser Verhältnis ist Weltklasse." Im Sommer 2015 scheint der Ex-Profi mit sich im Reinen zu sein. In den Vordergrund drängen? Den Lautsprecher geben? Das wird nie etwas sein, womit Marek Lesniak viel anfangen kann.

Quelle: RP
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