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Mettmann
Lichter erhellen in der Nacht die Kirchen

Mettmann: Lichter erhellen in der Nacht die Kirchen
Nacht der offenen Kirchen: Besucher konnten in der evangelischen Kirche Freiheitstraße durch ein Lichterlabyrinth aus Kerzen gehen. FOTO: Stephan Köhlen
Mettmann. St. Lambertus, evangelische Kirchengemeinde und freikirchliche Gemeinde beteiligen sich an der kreisweiten Aktion. Von Klaus Müller

Es könnte eine Tradition werden. Bereits zum dritten Mal wurde kreisweit "Die Nacht der offenen Kirchen" durchgeführt. In der Kreisstadt Mettmann beteiligten sich die katholische Pfarrei St. Lambertus, die evangelische Kirchengemeinde und die freikirchliche Gemeinde. Eröffnet wurde "Die Nacht der offenen Kirchen" in der evangelischen Kirche Freiheitstraße mit einem geistlichen Impuls durch Pfarrer Klaus Schilling. Er wies auf das im Kirchengang aufgebaute begehbare Lichterlabyrinth hin, das von den Besuchern als meditativer Weg, begleitet von leiser Musik, an dem Abend rege genutzt wurde. Das Labyrinth sollte den Besuchern die Chance bieten, in der Stille des Gotteshauses das eigene Leben oder einzelne Abschnitte in den Blick zu nehmen und die Möglichkeit eröffnen, das Leben in einem anderen, vielleicht neuen Blick, zu sehen.

Pfarrer Schilling entzündete eine Kerze und überreichte sie an Pfarrer Monsignore Ullmann von der Pfarrei St. Lambertus. "Zu Ostern erhalten wir in den letzten Jahren als evangelische Kirchengemeinde von der katholischen Gemeinde die in der Osternacht entzündete Osterkerze. Diesmal erhält die katholische Pfarrei von uns eine Kerze, die in der Kirche St. Lambertus aufgestellt wird." Am Eingang der evangelischen Kirche konnten die Teilnehmer als Erinnerung an das neue Licht eine selbst gezogene Kerze mitnehmen. Gemeinsam gingen die Teilnehmer in die nahe gelegene katholische Pfarrkirche St. Lambertus. Auf dem Weg dorthin gab es kurze Gespräche. "So hatte ich mir das vorgestellt, dass trotz der bewussten Stille in den Kirchen die guten Gespräche miteinander nicht zu kurz kommen. Ich habe den Eindruck, dass die Menschen, die sich an dem Abend beteiligen, nicht oberflächlich reden, sondern wirklich etwas zu sagen haben", erklärt Ernst Ksoll. In St. Lambertus angekommen, waren die Teilnehmer fasziniert von der von Dr. Eickmann stilvoll illuminierten Kirche. Es hatte etwas mystisch, spirituelles, was im Schein des dezenten Lichtes auf die Besucher einwirkte.

In der St. Lambertus-Kirche am Markt spielte Stefan Reh barocke Werke auf seinem Fagott. FOTO: Köhlen

"Ich bin das erste Mal bei der Nacht der offenen Kirchen dabei. Was ich erlebe, übertrifft alle Erwartungen", sagte Josef Bauer. Die von Pfarrer Herbert Ullmann durchgeführte geistliche Betrachtung wurde begleitet von passender Musik durch Oleg Pankratz (Orgel) und Stefan Reh am Fagott. Auch der aus der anglikanischen Tradition in England entlehnte und vom Kirchenchor St. Lambertus vorgetragene "Evensong" fand bei den Besuchern viel Beachtung. Monsignore Ullmann machte deutlich, dass mit dem Thema des Abends "Offene Türen, brennende Kerzen, deutende Worte" ein künstlerischer, musikalischer und religiöser Akzent gesetzt werden sollte. "Der Kirchenraum soll auch außerhalb festgelegter liturgischer Zeiten als "Seelische Tankstelle" zum Atem-Holen inmitten der Hektik des Alltages wahrgenommen werden." Schöne Begegnungen und ein reger Austausch gab es in dem erstmals geöffneten, aber voraussichtlich erst Ende November offiziell eingeweihten Raum "Treffpunkt Gemeinde" direkt neben der Pfarrkirche.

"Diese Nacht der offenen Kirche halte ich für ein sehr gutes kreisweites ökumenisches Angebot, weil die Besucher eingeladen werden, auch einmal andere Kirchen und Gemeinden kennenzulernen, als das gewohnte kirchliche Umfeld", betonte Teilnehmer Marcus Königs.

Pfarrer Herbert Ullmann drückt es so aus, dass der kulturelle Auftrag der Kirchen greift, das Gotteshaus einmal anders zu erleben, offene Angebote wahrzunehmen, ohne sich verpflichten zu müssen.

Quelle: RP
 
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