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Mettmann
Männerkleidung wird dringend gesucht

Mettmann: Männerkleidung wird dringend gesucht
In der alten Werkshalle von Weyermann sortieren (v.l.) Vesna Peters, Katja Thürling-Patzke und Rahel Elaisa gespendete Kleidung. Damenbekleidung wird derzeit nicht benötigt. FOTO: Dietrich Janicki
Mettmann. Die Kleidersammelstelle an der Bollenhöhe versucht, Flüchtlinge mit dem Nötigsten zu versorgen. Von Valeska von Dolega

In neue Wäschekörbe, reißfeste Müllsäcke, ausrangierte Umzugskartons und überquellende Rucksäcke sind sie verpackt, die abzugebenden Garderobenstücke und Lieblingsteile. Geduldig warten die Spender in der Schlange, bis einer der Helfer Zeit hat, die sorgfältig gepackten Taschen entgegenzunehmen. Organisiert von Ehrenamtlern, die sich in einer Facebook-Gruppe gefunden haben und anderen Helfern, hat die Sammelstelle für gut erhaltene Textilien, Schuhe und Co., die für Flüchtlinge bestimmt sind, so oft es geht geöffnet (Infobox).

"Kuscheltiere, Klamotten für Kinder und Teile meiner Garderobe" hat Petra Bellers Mittwoch abgegeben. In unhandliche Säcke verpackt, schleppte die Lehrerin die Sachen heran. "Ich habe nicht nur in den eigenen Kleiderschränken geschaut und denen meiner Kinder. Sondern auch meine Freundinnen gebeten, mitzuhelfen." Die Not der Flüchtlinge, die mit nichts als ihrem Leben in NRW ankommen, motiviert sie, "wenigstens ein bisschen was zu tun", wie Spenderin Roswitha Eben ergänzt. "Männer können sich offensichtlich schlecht von ihren Klamotten trennen", beschreibt sie den fast rein weiblichen Inhalt der von ihr gestopften Tüten.

Dabei sind es inzwischen weniger typisch weibliche Kollektionsteile, die gebraucht werden. "Wir platzen aus allen Nähten", sagt Helferin Maike Wachendorf. "Was wirklich fehlt, sind Herrensachen." Erstens, weil die in der Fabrikhalle provisorisch eingerichteten Areale für Damenoberbekleidung überquellen. Zweitens, "weil in den Notunterkünften, die wir versorgen, im Moment wesentlich mehr Männer sind". An der Bollenhöhe werden deshalb zurzeit keine Frauensachen angenommen. "Aber bitte nichts wegwerfen. Der SKFM und das KaDeMe freuen sich über Spenden." Emsige Helfer sortieren und verteilen zunächst nach Größe und Textilart Jacken, Hosen, Schuhe, Hemden und was es an nützlichen Dingen wie Koffern und Taschen gibt, auf provisorisch eingerichtete Regale. Das sind Euro-Paletten, bestens beschriftet. Mathias Thomann hilft, indem er Schuhe sortiert. "So lange, bis alles übersichtlich und abgabefertig geordnet ist". Helferin Bettina Kötter packt derweil im Akkord Pullover nach Größen geordnet zu feinen Stapeln. "Manches ist unbrauchbar", verschlissene Teile wandern auf den Müll. Der Rest wird sozusagen zu Erstausstattungskoffern gepackt. Unterwäsche sollte dafür fabrikneu sein, Garderobe - möglichst herbst- und wintertauglich - in einem solchen Zustand sein, dass man selbst sie gerne tragen würde. Händeringend benötigt und gesucht werden weitere Helfer, die jenseits der Öffnungszeiten bereit sind, aktiv mitzuarbeiten. Männliche Flüchtlinge, die in den Unterkünften am KHG leben, sind täglich an der Bollenhöhe und helfen mit.

Quelle: RP
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