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Martin Sträßer (CDU)

Mit Rauchern hat er es nicht so. Martin Sträßer war gerade mal 19 Jahre alt, politisch ein noch unbeschriebenes Blatt und gerade erst in den Velberter Rat gewählt, da stellte er 1979 als Frischling und ohne Absprache mit seiner Fraktion den Antrag auf Rauchverbot im Rathaus. Es war nicht das letzte Mal, dass der heute 57-Jährige mit gesundem Selbstbewusstsein gegen den Strom schwimmt. Im vergangenen Jahr stellte er sich im Wülfrather Rat quer, als die CDU mit anderen Parteien das neue Müllkonzept inklusive Abschied vom Sack und der Einführung der Tonne beschlossen hat. Sträßer stimmte dagegen - als einziger. "Ich streite mich gern in der Sache - gelegentlich auch in der eigenen Partei", sagt er.

Nun will der Rechtsanwalt mit Tendenz zum Gegenverkehr das Direktmandat im Wahlkreis 39 (Velbert, Wülfrath, Mettmann-Nord) gewinnen. Dazu muss er unbedingt seinen SPD-Kontrahenten abhängen. Sträßer hat mit Listenplatz 89 keine andere Chance auf ein Landtagsmandat. Das ficht den immer großzügig lächelnden Kandidaten nicht an. Er hat in der Kommunal- und Kreispolitik schon viel erlebt. Geboren als ältestes von drei Kindern in Neviges und aufgewachsen in Velbert, begann er früh mit der Politik. 1979 im Rat Velbert mit 19, ab 1994 für zehn Jahre Kreistagsmitglied hat Sträßer sein politisches Tätigkeitsfeld nach seinem Umzug nach Wülfrath in die Kalkstadt verlegt. Seit acht Jahren sitzt er dort im Rat der Stadt. Seit 22 Jahren ist Sträßer verheiratet, als Vater von drei Kindern im Alter von 16, 18 und 20 Jahren entdeckte der Jurist schon vor Jahren die Bildungspolitik als politischen Schwerpunkt. Beruflich arbeitet er seit seinem Studienabschluss (Jura in Köln und Bonn) bei einem Industrieverband - zunächst in Bonn und anschließend in Düsseldorf. Heute ist er dort als stellvertretender Geschäftsführer tätig.

Martin Sträßer, den die Wülfrather CDU gegen den eigentlich viel größeren Stadtverband Velbert durchsetzen konnte, spielt in seiner Freizeit Tischtennis. Das Engagement in der katholischen Kirche als Pfarrgemeinderat, Katholikenrat auf Kreisebene, im Stadtsportverband Velbert und als Vorsitzender des ASV Tönisheide und für die Ökumene ist ihm besonders wichtig. Martin Sträßer ist Gründungsmitglied von "donum vitae" im Kreis Mettmann.

Sitzungen, Debatten, der Streit um die besseren Argumente können mit Martin Sträßer anstrengend sein. Er lässt nicht locker, manche sagen auch, "er nervt". Aber er schafft es immer, mit der ihm gebotenen Freundlichkeit und seinem Respekt gegenüber Freund und Feind in der Politik zu beeindrucken. "Ich bewerbe mich als engagierter Christ", hat er bei seiner Kandidaten-Kür im vergangenen Jahr gesagt. Das nimmt ihm jeder ab, der ihn als Mann mit dem Holzkreuz auf dem Oberhemd kennt. Uwe Reimann

Martin Sträßer +++ 57 Jahre alt, geboren in Velbert +++ Rechtsanwalt +++ CDU-Mitglied seit 1977 ++++ 1979 Ratsherr in Velbert, von 1994 bis 2004 Mitglied im Kreistag und seit 2009 Ratsmitglied in Wülfrath. Er ist dort jetzt Vize-Fraktionsvorsitzender.

Quelle: RP
 
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