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Kriminalstatistik
30 Prozent mehr Einbrüche in Mettmann

So schützen Sie Ihr Haus vor Einbrechern
So schützen Sie Ihr Haus vor Einbrechern FOTO: dpa, Robert Schlesinger
Mettmann. Die Zahl der Einbrüche stieg laut Kriminalstatistik im Jahr 2014 auf 115 an. In 2013 waren es 89 Fälle. Die Straßenkriminalität geht zurück. Von Constanze Braun und Christoph Zacharias

Laut Jahresbericht der Kreispolizeibehörde hat sich die Zahl der Wohnungseinbrüche in der Kreisstadt in 2014 erhöht. Waren es 2013 noch 89 Einbrüche, stieg die Zahl auf 115 an. Das ist eine Steigerung von 29,2 Prozent. Die verkehrsgünstige Lage der Stadt Mettmann - nur wenige Minuten von der Autobahn entfernt - zieht Diebe vor allem aus Belgien und Osteuropa an.

Menschen, bei denen eingebrochen worden ist, sind oft traumatisiert. So auch eine Mettmannerin, die mit Frank Bons, Opferschutzbeauftragter der Kripo, über die Nacht vor zwanzig Jahren sprach, in der in ihr Haus eingebrochen wurde. Damals wurde die Seniorin von seltsamen Geräuschen geweckt und plötzlich stand ein Einbrecher in ihrem Schlafzimmer. "Wie der Mann aussah, weiß ich nicht mehr; es war wie im Film. Ich habe laut geschrien und das hat den Einbrecher wohl in die Flucht geschlagen." Noch heute ist sie von den Ereignissen betroffen und erzählt, wie sie das Haus mittlerweile schützt. "Wir haben eine Alarmanlage installiert. Der Einbrecher kam damals durch unsere Eingangstür und es war schrecklich, sich im eigenen Haus nicht mehr sicher zu fühlen. Ich wollte das Haus nicht verlassen, weil ich Angst hatte, dass es wieder passiert."

Kriminalhauptkommissar Udo Wilke bestätigt, dass die emotionale Belastung nach einem Einbruch oftmals viel schlimmer ist, als der materielle Schaden. "Die Vorstellung, dass eine fremde Person im eigenen Haus war und in der Privatsphäre gewühlt hat, ist für die Betroffenen unerträglich." Um sich vor Einbrüchen zu schützen, sei die Sicherung der Fenster unerlässlich, da diese in 80 Prozent der Fälle den Einstieg ermöglichen. Hilfe zum Einbruchschutz leistet die Polizei auch in der polizeilichen Beratungsstelle in Hilden, Kirchhofstraße 31.

Die Aufklärungsquote ist entgegen dem Kreistrend um 15,3 Prozentpunkte auf 13,9 Prozent rückläufig. Das bedeutet: Die Täter entkommen und können nicht ermittelt werden. Die Straßenkriminalität hat sich in Mettmann um 29 Prozent rückläufig entwickelt. 32,5 Prozent der ermittelten 83 Tatverdächtigen gehörten zur Gruppe der unter 21-Jährigen. Im Bereich Gewaltkriminalität wurden 65 Tatverdächtige ermittelt, wobei 33,8 Prozent der Gruppe der unter 21-Jährigen zuzurechnen sind.

Uwe Elker, Leiter der Polizeiwache Mettmann, erinnert in dem Jahresbericht an einen Polizeieinsatz im Mai 2014. Eine Frau hatte bei der Polizei angerufen und mitgeteilt, dass ihr erheblich alkoholisierter Mann ausgerastet sei und in der Wohnung diverse Glasscheiben zerschlagen habe. Sie selbst sei aus der Wohnung geflüchtet. Als die Polizeibeamten wenig später am Tatort eintreffen und die Wohnung betreten, sehen sie den Mann auf einem Sofa sitzen. Er zielt mit einer Pistole direkt in Richtung der Polizisten. Die Beamten ziehen sich zurück und fordern Verstärkung an. Wenig später erscheint der Mann auf dem Balkon, in der Hand hält er eine Flasche Korn. Vom Garten aus erfolgt eine erneute Kontaktaufnahme. Drei Polzisten nutzen diese Gelegenheit, um unbemerkt die Wohnung zu betreten. Sie können den Randalierer auf dem Balkon überraschen und überwältigen.

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