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Mettmann
Knöllchenschreiberei in der Kritik

Mettmann: Autofahrer und Gastronome ärgern sich über Knöllchen
Such- und Ratespiel für Autofahrer: Nennen Sie uns im Vorbeifahren binnen drei Sekunden die Verkehrsregelung in der Oberstraße oder kassieren Sie ein Knöllchen. FOTO: Dietrich Janicki
Mettmann. Autofahrer und Gastronome ärgern sich über die Verkehrsregelung in der Oberstraße. Der ehemalige Bürgermeister Bernd Günther hat die Durchfahrts- und Parkregelung verteidigt. Von Christoph Zacharias

Gastronome und Besucher der Oberstadt sind sauer: Es werden kräftig Knöllchen in der Ober- und Mittelstraße geschrieben. Wer wochentags mit dem Auto nach 19 Uhr, am Samstag nach 14 Uhr und am Sonntag überhaupt durch die Oberstraße fährt und dann auch dort noch parkt, riskiert ein Knöllchen. In Zahlen ausgedrückt: 30 Euro muss der Kraftfahrer berappen. Für viele ein teures Stück Kuchen oder eine teure Tasse Kaffee.

Immer wieder tappen Autofahrer in die Falle - nicht, weil sie sich mutwillig über diese Regelung hinwegsetzen. Nein: Sie können das Kleingedruckte auf den beiden Verkehrsschildern im Vorbeifahren nicht erkennen. Die Verkehrsregelung ist in den vergangenen Jahren mehrfach geändert worden und ist sehr unübersichtlich. Das gibt selbst die Verwaltung zu. Für die ansässige Gastronomie ist diese Regelung geschäftsschädigend, da hier keinerlei Parkmöglichkeiten in direkter Nähe der Oberstadt vorhanden sind.

An der Musikschule gibt es zwar Parkplätze, doch die werden vermutlich weniger werden, wenn das Neubaugebiet an bewohnt ist. Außerdem nutzen auch Kinobesucher den Parkplatz. "Wir werden uns in Konsequenz künftig überlegen, weiterhin in der Mettmanner Oberstadt essen zu gehen, da es uns nicht mehr möglich ist, die vorhanden Parkplätze in der Oberstadt nach 19 Uhr zu nutzen", schrieb ein Gast unlängst an die Stadtverwaltung.

Die Beschilderung sei ausreichend und entspreche den gesetzlichen Vorgaben, hatte der damalige Bürgermeister Bernd Günther im Juni gesagt. Sie sei unter Beteiligung der Fachabteilungen sowie der Kreispolizeibehörde und unter Einbeziehung des Stadtrates dort angebracht worden. Im Übrigen entspreche die Beschilderung dem Wunsch etlicher Anwohner, vielen der dort ansässigen Geschäftsleute und der Kirchengemeinde. "Hier das Parken nur zu bestimmten Zeiten zu ermöglichen und ansonsten den Bereich als Fußgängerzone auszuweisen, kommt dem besonderen Charme der Oberstadt entgegen", sagte Günther damals.

Genau das sehen Gastronome und Bürger anders. "Wer die Oberstadt mit Leben füllen will, der muss freie Zufahrten schaffen", sagen Gäste der verschiedenen Gatronomen. Es sei nicht einzusehen, dass bereits an Samstagen ab 14 Uhr das Durchfahrt- und Parkverbot greife und an Sonntagen generell das Durchfahren der Oberstraße verboten ist. Warum erweitert man nicht die Sperrfrist an Samstagen und Sonntagen auf 20 Uhr? Offenbar sind hier den Geschäftsleuten große Zugeständnisse gemacht worden, denn deren Öffnungszeiten sind kompatibel mit den Sperrzeiten.

Die Stadt nimmt jährlich rund 75.000 Euro mehr durch zusätzlich geschriebene Knöllchen ein. Die meisten Zettel werden in der Oberstraße und in der Straße Am Königshof geschrieben. Am Königshof macht die strenge Kontrolle Sinn (dort wird kreuz und quer geparkt), in der Oberstadt nicht. Den Mitarbeitern des Ordnungsamtes kann man keinen Vorwurf machen. Die tun ihre Pflicht. "Wir müssen das ausbaden, was die Herren oben beschlossen haben", sagte ein Mitarbeiter.

Quelle: RP
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