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Mettmann
Mettmann erwartet zehn Christkinder

Mettmann: Mettmann erwartet zehn Christkinder
Hebamme Claudia Brieske rechnet an Heiligabend mit Neugeborenen. FOTO: Stephan Köhlen
Mettmann. Der Hirte und seine Schäfchen - die christliche Metapher haben wir zum Leitspruch unserer Weihnachtsausgabe gemacht. Wir zeigen anhand von Geschichten, wie sich Bürger einsetzen und sich sinnbildlich oder auch konkret um ihre Schäfchen kümmern. Von Danni Funke

Der kleine Ali ist ein Traumbaby: zuckersüß ist der kleine Mann mit seinen vielen schwarzen Haaren und Traummaße hat er auch: 51cm, 3460 Gramm. Am 17. Dezember um 12.21 Uhr wurde Ali im Kreißsaal des EVK geboren, nun schläft er selig in den Armen von Hebamme Claudia Brieske.

"Es ist jedes Mal ein absolutes Wunder", sagt die 36-Jährige und streichelt dem Säugling über das zarte Köpfchen, "es gibt nichts Schöneres und ich habe den tollsten Beruf der Welt." Jetzt, in der Weihnachtszeit, ist die Geburtsstation nur dezent geschmückt, bis auf den Weihnachtsbaum hat das Personal auf Deko verzichtet. "Wir sind ein multikulturelles Krankenhaus", erklärt Stationsleiterin Anna Spieser, "unser Personal kommt aus verschiedensten Kulturkreisen und unsere Patientinnen auch. Wir respektieren, dass nicht alle christlichen Glaubens sind."

Im Kreißsaaltrakt erinnert nichts an Weihnachten - eine warme, sinnliche Atmosphäre ist in den beiden Kreißsäalen aber gegeben, durch das warme Orange an den Wänden, die dimmbare, indirekte Beleuchtung. "Unsere Räume wurden in neu gestaltet, ich finde, sie sind unheimlich schön geworden", schwärmt Claudia Brieske, die seit Juni als leitende Hebamme arbeitet. Im zweiten Kreißsaal liegt eine Frau in fortgeschrittenen Wehen, auch sie wird ihr Kind kurz vor Weihnachten zur Welt bringen. "Natürlich sind wir alle in einer anderen Stimmung als sonst, wenn wir nicht im Dienst sind, stecken wir in den Vorbereitungen auf das Fest", erzählt Claudia Brieske, die am heiligen Abend frei hat. "Wir wechseln uns immer ab und ich freue mich, dass ich bei meiner Familie und meinem sechsjährigen Sohn sein kann."

Die Weihnachtsschichten sind für die Hebammen weniger Fluch, als vielmehr Segen. "Diese Geburten an Weihnachten, vor allem an Heiligabend sind schon etwas Besonderes. Sie erinnern so an die Ursprünglichkeit, an den eigentlichen Sinn und die Eltern empfinden diese Kinder auch sehr häufig als ein ganz besonderes Geschenk."

Unzählige Babyfotos, Danksagungskarten hängen an den Pinnwänden auf der Geburtsstation, rund 400 Kinder erblickenpro Jahr im EVK das Licht der Welt. Krankenschwester Anna Spieser hält einen Moment inne, schaut sich die Bilder an. "Greta, Elias oder Noel" steht auf den Karten und "Danke für die liebevolle Betreuung". "Hier" - sie zeigt auf eine Fotowand gegenüber des Schwesternzimmers, "das sind alles Kinder, die 2016 geboren wurden. Sind sie nicht süß?" Anna Spieser liebt ihren Beruf nach 27 Jahren wie am ersten Tag.

"Wir hatten gerade unser Weihnachtscafé, zu dem wir immer die Familien, die im vergangenen Jahr hier entbunden haben, in unsere Brasserie einladen. Es war wie immer wunderschön!" Für die kommenden Tage haben sich rund zehn Schwangere zur Geburt angemeldet, darunter auch einige mit dem errechneten Geburtstermin 24.12. "Das heißt aber nix", weiß die Hebamme, "nur rund zwei Prozent aller Kinder kommen genau an dem errechneten Tag zur Welt". Anna Spieser holt die Jahresgeburtenbücher aus einem Schrank, schlägt die Weihnachtstage nach. "Wir hatten 2015 vier Babys am 25. Dezember und 2016 tatsächlich ein kleines Christkind am 24. Dezember."

Hebamme Claudia Brieske strahlt. Die Begeisterung und Leidenschaft für ihren Beruf ist unverkennbar. "Es ist kein Beruf, es ist Berufung. Es wunderbar, es gibt nichts Vergleichbares. Wir beschäftigen uns mit dem, worum es geht. Wir leben in großer Innigkeit mit dem Sein, mit dem Sinn des Lebens.

Quelle: RP
 
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