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Mettmann
Flüchtlinge ziehen erst im Januar um

Mettmann: Flüchtlinge ziehen erst im Januar 2016 um
130 bis 150 Flüchtlinge sollen in diesem ehemaligen Bürogebäude an der Seibelstraße untergebracht werden. Doch diese Unterkunft reicht nicht aus. Die Stadt muss ein weiteres Gebäude anmieten und vermutlich auch Übergangs-Wohnheime auf städtischen Grundstücken, sprich Sportplätzen, errichten. FOTO: RP-FotoArchiv. Dietrich Janicki
Mettmann. Mittelfristig überlegt die Stadt, auf den beiden Sportplätzen an der Gruitener Straße und an der Spessartstraße Unterkünfte für Flüchtlinge zu errichten. Mit dem Bauverein wird über preiswerten Wohnraum für alle gesprochen. Von Christoph Zacharias

Die Stadt Mettmann muss derzeit 500 Flüchtlinge aufnehmen. "Allein in dieser Woche sind 28 neue Flüchtlinge zu uns gekommen", sagte gestern die neue Fachbereichsleiterin Ute Piegeler, die die Nachfolgerin von Astrid Hinterthür ist, die als Dezernentin im Ennepe-Ruhr Kreis arbeitet. Piegeler (49), ausgebildete Diplomverwaltungswirtin, hatte zuvor in den Städten Hilden und Langenfeld gearbeitet. In Langenfeld zuletzt als stellvertretende Fachbereichsleiterin und zuständig für Schulen und Kindergärten. Die gebürtige Mettmannerin, die in Erkrath aufgewachsen ist, hatte bereits in Langenfeld vier Turnhallen als Flüchtlingsunterkunft akquirieren müssen.

Das Vorhaben, die beiden Sporthallen des KHG an der Laubacher Straße noch in diesem Monat freizuräumen, ist gescheitert. Die Flüchtlinge sollten noch im Dezember an die Seibelstraße umziehen. Doch es gab laut Fachbereichsleiter Kurt-Werner Geschorec Probleme mit der Küchenlieferung. Man ist in der Verwaltung nun zuversichtlich, dass im Januar die Flüchtlinge umziehen können. Die Brandschau an der Seibelstraße läuft, die Grundreinigung ebenfalls. "Wir werden aber die kleine Gymnastikhalle am KHG als Reserveraum erst einmal nicht wieder zurückbauen", sagte Bürgermeister Thomas Dinkelmann. "Denn wir sind nicht die Herren des Verfahrens. Die Bezirksregierung in Arnsberg weist uns weitere Flüchtlinge zu." Die Stadt hatte vor, ein weiteres Bürogebäude als Flüchtlingsunterkunft anzumieten. Dort hätten weitere 150 bis 200 Menschen untergebracht werden können. Doch dieses Vorhaben, so Geschorec, ist geplatzt. Gründe nannte er nicht.

Jetzt steht die Stadt in Verhandlungen mit einem Eigentümer, der ein Bürogebäude anbietet. Das Problem sind hier die Umbaukosten, denn die Versorgungsleitungen müssen extra verlegt werden. Die Stadt denkt darüber nach, Unterkünfte für Flüchtlinge aus Holz oder Stahl auf städtischen Flächen zu errichten. "Denkbar sind als Standorte die Sportplätze an der Gruitener Straße und an der Spessartstraße", sagte Geschorec. Die beiden Sportplätze würden nicht mehr für den Vereinssport und relativ selten von den Schulen genutzt werden. Die kleinen Fußballfelder und die Laufbahn an der Gruitener Straße sollen erhalten bleiben. Der Mettmanner Bauverein will bei der Neubebauung der Flächen an der Fischer-Straße preiswerte Wohnungen errichten, in die Menschen mit geringem Einkommen einziehen können. Die Stadt will einen Bebauungsplan für das Gebiet aufstellen.

Quelle: RP
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